Konjunktur Europäische Zentralbank bleibt bei Nullzinspolitik

Die Europäische Zentralbank behält ihren Kurs bei. Sie belässt den Leitzins der Eurozone unverändert bei null Prozent.

EZB-Chef Mario Draghi (Archiv)
AFP

EZB-Chef Mario Draghi (Archiv)


Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Zinsen im Euroraum weiter auf extrem niedrigem Niveau. Der EZB-Rat beließ bei seiner Sitzung am Donnerstag den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die Notenbank mitteilte. Zum Leitzins können Geschäftsbanken Kredite bei der Zentralbank aufnehmen.

Parken Banken überschüssiges Geld bei der EZB, müssen sie dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Anfang des Jahres hatten steigende Verbraucherpreise (Inflation) den Druck auf EZB-Präsident Mario Draghi erhöht, eine Wende in der Zinspolitik zu verkünden. Im Mai war die Preissteigerung in der Eurozone dann aber nur deutlich schwächer ausgefallen als noch im Vormonat. Nach Zahlen des Statistikamts Eurostat lag die Inflationsrate im Mai bei 1,4 Prozent; im April hatte sie noch bei 1,9 Prozent gelegen.

Zugleich bekräftigte der EZB-Rat in der estnischen Hauptstadt Tallinn, dass die Notenbank bis mindestens Ende 2017 weiterhin monatlich 60 Milliarden Euro in den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen stecken will.

Fotostrecke

10  Bilder
Fünf Jahre Draghi: Mächtig einsam

Mario Draghi ist seit etwas mehr als fünf Jahren im Amt. Der Italiener ist vor allem in Deutschland wegen der Niedrigzinspolitik umstritten. Die Bundesregierung wünscht sich Bundesbank-Chef Jens Weidmann als seinen Nachfolger. Weidmann ist scharfer Kritiker des Kurses der EZB.

Warum gibt es überhaupt Zinsen?

beb/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bjbehr 08.06.2017
1. Ein Mann für die Vergangenheit
Draghis Lebenswerk wird sein, an vorderster Stelle die soziale Spaltung in Europa vorangetrieben und die Schere zwischen Arm und Reich völlig überdehnt zu haben durch Enteignung der Mittelschicht. Hoffentlich gehört dieser Mann bald den Geschichtsbüchern an, mit unrühmlichem Platz.
Haudegen 08.06.2017
2. Solange Italien soviele Schulden angesammelt hat und diese nicht abbaut ...
wird Herr Draghi die Zinsen bei Null lassen. Italien wird die Staatsschulden auf absehbare Zeit nicht los und sich dafür auch nicht anstrengen. Warum auch. MfG
banker1 08.06.2017
3. oberflächlich...
"Der EZB-Rat beließ bei seiner Sitzung am Donnerstag den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die Notenbank mitteilte. Zum Leitzins können Geschäftsbanken Kredite bei der Zentralbank aufnehmen." Also nicht Herr Draghi sondern auch der Weidmann und die anderen wird das Protokoll später zeigen. @bjbehr wie spaltet herr draghi die deutsche gesellschaft, wie schafft er die deutsche mittelschicht ab ??? deutschland ist einer der hauptprofiteure der niedrigzinspolitik.aber vielleicht sind massenarbeitslosigkeit und hyperinflation und ein jeden export abwürgender starker euro ja sozialer als fast vollbeschäftigung......,
oldeisi 08.06.2017
4. Wie auch!
Ein moderater Anstieg auf 2% würde allein für Deutschland, bei aktuell über 2 Bio. Schulden, rd. 40 Mrd. ? Zinszahlung bedeuten, p. a. - die muss Schäuble aber nicht mehr berappen, bis dahin ist er wohl nicht mehr zuständig. Da scheint aktuell die "Schwarze Null" einfach. Bei 'normalen' Zinssätzen wäre die nämlich nicht drin.
salkin 08.06.2017
5.
Zitat von banker1"Der EZB-Rat beließ bei seiner Sitzung am Donnerstag den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die Notenbank mitteilte. Zum Leitzins können Geschäftsbanken Kredite bei der Zentralbank aufnehmen." Also nicht Herr Draghi sondern auch der Weidmann und die anderen wird das Protokoll später zeigen. @bjbehr wie spaltet herr draghi die deutsche gesellschaft, wie schafft er die deutsche mittelschicht ab ??? deutschland ist einer der hauptprofiteure der niedrigzinspolitik.aber vielleicht sind massenarbeitslosigkeit und hyperinflation und ein jeden export abwürgender starker euro ja sozialer als fast vollbeschäftigung......,
Hauptprofiteure sind die ohnehin vermögenden Investoren die sich mit dem geschenkten Geld beliebig eindecken können und damit einen immer größeren Anteil am erwirtschafteten Kuchen einheimsen. Verlierer sind die Personen, die privat für das Alter vorgesorgt haben. Aktuelles Beispiel sind die Änderungen bei der betrieblichen Altersversorgung wo jetzt nur noch der nominale Erhalt der eingezahlten Beträge garantiert wird. Dann brauchen die Unternehmen ja keine Rückstellungen mehr zu bilden. die steigen nämlich bei sinkenden Zinsen sofern die Rente garantiert wird und nicht nur das Kapital. Ein starker Euro war noch nie schlecht weil er die Innovationskraft der Unternehmen fördert und damit für Investitionen sorgt. Gleichzeitig steigt dann auch noch die Kaufkraft der Konsumenten. Das wäre doch mal was. Gerade Draghi besteht ja auf steigender Inflation. Deshalb überschwemmt er ja die Märkte mit Geld ohne das diesem Geld eine wirtschaftliche Leistung entgegen steht. Damit legt er die Basis für die Geldentwertung die wir im Übrigen längst haben, nur das sie sich verlagert hat von den Konsumpreisen zu den Vermögenspreisen. Die Reichen und Schönen dieser Welt danken es ihm.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.