Arbeitsbelastung EZB-Gewerkschaft warnt vor Problemen bei Bankenaufsicht

Leiharbeit, befristete Verträge, hohe Belastung: Gewerkschafter zeigen sich besorgt über die Arbeitsbedingungen bei der Europäischen Zentralbank. Diese könnten das gesamte Projekt der geplanten europäischen Bankenaufsicht gefährden.

Baustelle der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt: Unhaltbare Situation?
REUTERS

Baustelle der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt: Unhaltbare Situation?


Frankfurt - Wird die europäische Bankenaufsicht funktionieren? Kritiker bezweifeln das, allerdings verweisen sie dabei vor allem auf komplizierte Entscheidungswege und die begrenzten Mittel der geplanten Bankenunion. Vor einer weiteren Gefahr warnt nun die Hausgewerkschaft der Europäischen Zentralbank (EZB), bei der die Aufsicht angesiedelt wird: Es könnte an Personal mangeln.

Die Beschäftigungsbedingungen seien teilweise beängstigend, teilte die Gewerkschaft Ipso mit. Eine angemessene Personalausstattung sei Voraussetzung, um die "erfolgreiche Erledigung der Aufgaben zu gewährleisten und dabei die Unabhängigkeit und den guten Ruf zu wahren". Um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die EZB nicht zu verlieren, müssten die Mitarbeiter gründliche Analysen erstellen können. Doch dafür fehle die Zeit: "Wir sind über die Personalpolitik sowohl des Euro-Systems als auch der EZB besorgt."

Die Arbeitsbelastung in der EZB ist nach Darstellung der Gewerkschaft dauerhaft hoch. "Dennoch hat der Rat der EZB sich trotz laufend steigendem Arbeitsdruck aufgrund sich mehrender Aufgaben und Verantwortlichkeiten wiederholt geweigert, den Personalbestand der EZB (mit Ausnahme für die Bankenaufsicht) nennenswert zu erhöhen." Die Situation sei unhaltbar und könne das gesamte Aufsichtsprojekt gefährden.

Die Notenbank wies die Vorwürfe zurück. Sie sei zu einem umsichtigen Umgang mit ihren Ressourcen verpflichtet und rekrutiere das Personal für die Bankenaufsicht nach den Maßgaben des EZB-Rates, sagte ein Sprecher.

Die Gewerkschaft beklagte weiter den hohen Anteil befristeter Arbeitsverträge im Euro-Tower. Sie forderte die EZB auf, die "überzogene Nutzung" von Leiharbeit oder Berater- und Kurzfristverträgen zu beenden. "Sollte diese Personalpolitik fortgesetzt werden, wird sie dazu führen, dass sehr bald Mitarbeiter mit einem unbefristeten EZB-Vertrag die Minderheit der EZB-Beschäftigten ausmachen." Wer um seinen Job bangen müsse, könne nicht unabhängig handeln. Genau das sei aber etwa bei der Aufsicht über mächtige Geschäftsbanken erforderlich.

Ipso zeigte sich "schockiert darüber", dass anstelle von EZB-Mitarbeitern eine private Beratungsfirma große Teile des anstehenden Banken-Stresstests übernehme. Die EZB verwies in diesem Zusammenhang auf den sorgfältigen Auswahlprozess, mit dem sie die externen Berater gewonnen habe.

Ende 2013 beschäftigte die EZB 1790 Mitarbeiter, davon 169 in Führungspositionen.

dab/dpa

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grover01 07.03.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSLeiharbeit, befristete Beträge, hohe Belastung: Gewerkschafter zeigen sich besorgt über die Arbeitsbedingungen bei der Europäischen Zentralbank. Diese könnten das gesamte Projekt der geplanten europäischen Bankenaufsicht gefährden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ezb-gewerkschaft-warnt-vor-problemen-bei-bankenaufsicht-a-957553.html
Mit anderen Worten es geht darum ein weiteres planwirtschaftliches Bürokratiemonstrum zu erschaffen, das darüber entscheidet welche unternehmerischen Entscheidungen Banken zu treffen haben. Der Staat schafft sich mal wieder selbst die Probleme, die er anschließend lösen will, und macht damit wiederum alles nur schlimmer. Hätte man die Banken gestern nicht gerettet, dann könnten heute die Marktkräfte die Bankenaufsicht auf natürliche Weise übernehmen: Wer nicht solide wirtschaftet, verschwindet.
Jufloma 08.03.2014
2. Der wahre Grund dieser Bank
Der wirklich wahre Grund dieser Bank und der "Finanzkrise" ist das bestehende und herrschende Geldsystem. Es besteht aus verzinster Geldschöpfung aus dem Nichts. Zins und Zinseszins verhält sich wie die Entwicklung einer Exponentialfunktion y=x hoch 2. Wer dies verstanden hat, weiß auch warum wir immer ständiges Wachstum benötigen und Einsparungen im Haushalt haben um die immer stärker wachsenden Staatsschulden zurückzahlen zu können. Dies wird aber niemals gelingen! Auch nicht Deutschland, Griechenland etc. Ich empfehle allen neugierigen und über den Tellerrand blickenden Menschen sich unter wissensmanufaktur.net oder berndsenf.de weitere Informationen darüber zu holen und sein Wissen anderen Menschen mitzuteilen! Vielen Dank!
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