Rettungsschirm EFSF Euro-Länder offenbar zu neuen Spanienhilfen bereit

Das Drängen von EZB-Präsident Draghi scheint Erfolg zu haben. Die Europäische Zentralbank bereitet den Kauf spanischer Staatsanleihen vor - und die Euro-Länder wollen weitere Hilfen für Spanien mittragen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Spanien und der Euro: Die EZB kauft spanische Anleihen
dapd

Spanien und der Euro: Die EZB kauft spanische Anleihen


Brüssel - Die Euro-Länder sind nun doch bereit, weitere Hilfen aus dem Rettungsschirm EFSF für das vom Finanzkollaps bedrohte Spanien mitzutragen. Wie am Freitag in Brüssel bekannt wurde, plant die Europäische Zentralbank (EZB), spanische Staatsanleihen von Geldinstituten und anderen Investoren zu kaufen, um so die Nachfrage zu erhöhen und die Zinslast für das Land zu verringern. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Die Zinsen hatten in den vergangenen Tagen die kritische Schwelle von sieben Prozent überschritten. Die EZB soll im Namen des bestehenden Euro-Rettungsschirms EFSF tätig werden. Die Zentralbank kann demnach sofort aktiv werden, sobald ein entsprechender Antrag Spaniens bei den Euro-Ländern eintrifft. Diese sind offenbar zu dem Schritt bereit. Die entsprechenden Vorbereitungen seien getroffen, hieß es in Brüssel.

Zuvor gab es Berichte, dass Spaniens Wirtschaftsminister mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble über weitere Hilfsmaßnahmen gesprochen haben. Die Bundesbank hatte sich mehrmals gegen einen möglichen Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB ausgesprochen: "Der Mechanismus von Staatsanleihenkäufen ist problematisch zu sehen, weil dadurch falsche Anreize gesetzt werden", sagte ein Sprecher der Bundesbank noch am Freitag in Frankfurt. Draghi will jedoch Bundesbankpräsident Jens Weidmann noch für seinen Vorschlag gewinnen und bald mit ihm zusammentreffen, hieß es aus Notenbankkreisen.

Indessen bekräftigten Deutschland und Frankreich ihre Entschlossenheit zur Rettung des Euro. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande legten nach einem offenbar kurzfristig angesetzten Telefongespräch am Freitag ein klares Bekenntnis zu einer politischen Lösung der Krise ab: "Deutschland und Frankreich sind der Integrität der Euro-Zone zutiefst verpflichtet. Sie sind entschlossen, alles zu tun, um die Euro-Zone zu schützen."Die Regierungschefs forderten: "Hierfür müssen die Mitgliedstaaten, wie auch die europäischen Institutionen, jeweils in ihrem eigenen Kompetenzbereich ihren Verpflichtungen nachkommen."

Die Zeitung "Le Monde" hatte schon am Freitagnachmittag über einen von der EZB geplanten Aufkauf spanischer und italienischer Staatsanleihen am Sekundärmarkt berichtet. Der Euro-Rettungsschirm EFSF werde die Aktion gleichzeitig durch Käufe am Primärmarkt unterstützen, hatte die französische Zeitung erfahren.

Die Erklärung der Europäischen Zentralbank kam also nicht ganz unerwartet. Auch hatte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag gesagt, die Zentralbank werde innerhalb ihres Mandats "alles Erforderliche" tun, um den Euro zu erhalten. Mit dem geplanten Schritt der EZB würde dieses Vorhaben umgesetzt.

lei

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konnt_ja_keiner_ahnen 28.07.2012
1. Ein weiterer Raubzug der Banken
an der europäischen Bevölkerung, begleitet vom Geschwätz irgendeines spanischen Ministers von wegen deutscher Dankbarkeit nach WKII... unterirdisch...aber so lange in der Glotze Olympia läuft, kann mans ja machen. Ich würde ne Wette eingehen, dass die erste deutsche Goldmedaille recht früh kommt, damit der Michel auch wirklich abgelenkt ist.
Pinin 28.07.2012
2. Das Endziel kommt näher
Die Investoren trauen dem ClubMed nicht - niemand traut denen. Und je höher die Rettungswälle und je größer die EZM-Bazookas werden, desto größer wird das Mißtrauen sein, dass die Pleiteländer es alleine jemals schaffen werden. Aber der Plan der Euro-Phantasten ist in Wirklichkeit: Die Investoren sollen auch nicht den Pleiteländern vertrauen, sondern darauf dass die totale Transferunion für alle Gelder bürgt. Dieser Plan wird die Investoren aber auch nicht zurückbringen, denn dann sind eben alle - inclusive Deutschland - sehr schnell völlig pleite. UND DAS FINALE ERGEBNIS: - Es gibt keine Investoren von außerhalb des Euro-Raumes mehr, nur noch Zwangs-Investoren wie Versicherungen von innerhalb des Euros. - Alle Gelder werden zentral von der Brüssel-Diktatur verwaltet. - Eine Staatsform wie die Ex-UdSSR ist endlich implementiert worden.
großwolke 28.07.2012
3. optional
hm.... freitagnacht, während der eröffnung der olympischen spiele... ein schelm, wer böses dabei denkt.
mauskeu 28.07.2012
4.
Zitat von sysopdapdDas Drängen von EZB-Präsident Draghi scheint Erfolg zu haben. Die Europäische Zentralbank will spanische Staatsanleihen kaufen - und die Euro-Länder wollen weitere Hilfen aus dem Rettungsschirm für das Land mittragen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,846883,00.html
Wenn man sieht was die die FED und die BoE alles so aufgekauft haben, dann kann die EZB dann doch noch spanische und italienische Staatsanleihen in vertretbarem Ausmass aufkaufen. Vorausgesetzt beide Länder behalten ihren "Sparkurs" bei. Die gesamte EZ ist noch weit hinter der USA und des UK positioniert wenn es um Finanzierung des Staates durch die ZB geht. Diese Kröte sollten wir schlucken.
papayu 28.07.2012
5. Und was hat der Jose oder Pedro davon??
Nichts!! N I C H T S ! Keinen neuen Arbeitsplatz, kann seine Schulden nicht zurueckzahlen, alles vereinahmen die spanischen Banken. Und diese zahlen erstmal damit die Schulden, die sie bei deutschen Banken haben!! Und das dauert und dauert. Inzwischen gehen andere Betriebe pleite, muessen ihre Mitarbeiter entlassen!! Die deutschen Banken geben das Geld aus Spanien auch nicht weiter, denn erst muessen sie ihre Konten " aufs Laufende bringen." Da werden die Topmanager erstmal extra BONI bekommen, unversteuert !!! Inzwischen steigt die Inflation und steigt und steigt, merkt bloss keiner. Als Kind wurde ich 1948 " enteignet!" Da hatte ich ein Sparbuch mit ca 40 RM. Auch meine Eltern bekamen nur jeder DM 40.-- Und bald konnte man sich einen VW Standard leisten fuer Sage und Schreibe DM 3.990.-- Das war so Anfang der 50Jahre.Das Exportmodell mit doppelter Stosstange, der erste Gang synchronisiert fuer DM 4200.-- Leider habe ich vergessen, was der letzte in Wolfsburg produzierte gekostet hat, ich glaube so etwas ueber 6000 DM. Wenn das man nicht eine schleichende Inflation war.Ist nur ein Beispiel!! 1990 kostete die 100gr. Tafel Schokolade DM 0,99!! 2012 kostet diese jetzt mehr als Euro 1,20? Wenn das man keine schleichende Inflation ist?? Legen sie einfach dieses Beispiel um und sie werden staunen. Eine Inflation ist immer gut fuer Schuldner und Banken!!! Aber nicht fuer Otto Normalverbraucher, die Preise steigen, die Loehne nicht bis auf einige Ausnahmen. Aber es kann nicht jeder Lokomotivfahrer oder Einweiser aufn Flugplatz sein. PS. Manchmal schreibe ich so wie ich spreche, also keine Tippfehler. salamat po.
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