Fachkräftemangel Brüderle will Gastarbeiter mit Begrüßungsgeld locken

Mit Prämien und Begrüßungsgeldern ausländische Fachkräfte anwerben? Wirtschaftsminister Brüderle hält das für den richtigen Weg. Zahlen sollen allerdings die Unternehmen selbst - und nicht der Staat.
FDP-Wirtschaftsminister Brüderle: Fachkräfteinitiative geplant

FDP-Wirtschaftsminister Brüderle: Fachkräfteinitiative geplant

Foto: Tim Brakemeier/ dpa

Berlin - Der drohende Fachkräftemangel in Deutschland treibt auch die Bundesregierung um - und Unternehmen und Politik sind sich einig wie nie: Der deutsche Arbeitsmarkt braucht Leute aus dem Ausland. "Das Thema, wie Deutschland für ausländische Facharbeiter endlich attraktiv wird, steht ganz oben auf meiner Agenda", sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle nun dem "Handelsblatt".

Jetzt will der FDP-Politiker aktiv werden. Er plane für die nächsten Monate eine Fachkräfteinitiative, sagte Brüderle. Dabei will er auf einen großen Fundus an Mitteln zurückgreifen. So sollen etwa die Einkommensschwellen reduziert werden. Auch ein Begrüßungsgeld der Wirtschaft für Gastarbeiter sei möglich, sagte Brüderle. "Es ist denkbar, dass einige Unternehmen, die es sich leisten können und dringenden Bedarf haben, ausländischen Facharbeitern eine Lockprämie zahlen."

Fachkräftemangel wird zum Schlüsselproblem

Für ausgeschlossen hält es Brüderle dagegen, dass der Bund mit Steuergeldern Fachkräften aus dem Ausland den Weg nach Deutschland erleichtere.

Das Thema gewinnt damit zunehmend an Gewicht. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sich am Wochenende ebenfalls für die verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte ausgesprochen.

"Der Fachkräftemangel wird in den nächsten Jahren zum Schlüsselproblem für den deutschen Arbeitsmarkt und nicht die Arbeitslosigkeit", sagte Brüderle weiter. Je länger der Aufschwung anhalte, desto größer werde das Problem.

yes/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren