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26. Januar 2016, 19:34 Uhr

Wirtschaftsforum

FDP bekommt offizielle Unternehmerlobby

Als wirtschaftsnah galt die FDP schon immer, nun bekennen sich Manager öffentlich zu ihr. Mit einem neu gegründeten Forum wollen unter anderem BASF-Chefaufseher Hambrecht und Arbeitgeberpräsident Kramer die Liberalen unterstützen.

Knapp zweieinhalb Jahre nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag machen sich Wirtschaftsvertreter offiziell für die Partei stark. 39 Manager und Wirtschaftsexperten gründeten ein FDP-Wirtschaftsforum. Ein entsprechender Bericht der "Bild"-Zeitung wurde am Dienstag aus Parteikreisen bestätigt.

Zu den Mitgliedern des Forums, das am Montag erstmals getagt hatte, zählen Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement und BASF-Aufsichtsratschef Jürgen Hambrecht. Das Forum will die FDP-Spitze künftig beraten und unterstützen.

In dem Entwurf eines Thesenpapiers fordern die Manager und Wirtschaftsexperten laut "Bild", dass der Markt "wieder ordnungspolitischen Vorrang vor staatlicher Regulierung und Transferpolitik bekommen" soll. Ziel sei ein Staat, "der die Eigenverantwortung der Menschen stärkt und mit Bildung, Forschung, Infrastruktur und Sicherheit die Voraussetzungen schafft".

Konkret werden demnach unter anderem "einheitliche Steuersätze bei der Einkommens- und Mehrwertsteuer" vorgeschlagen, außerdem bundesweit geltende Bildungsstandards sowie mehr Investitionen in Infrastruktur und IT-Verwaltung.

Zuvor hatten sich verschiedene Manager bereits öffentlich zum Eintritt in die FDP bekannt, darunter waren neben Hambrecht auch der frühere Telekom- und Lufthansa-Vorstand Thomas Sattelberger und Ex-Metro-Chef Eckhard Cordes. Nach aktuellen Umfragedaten könnte der von Christian Lindner geführten Partei derzeit knapp der Wiedereinzug in den Bundestag gelingen.

Unionsnahe Unternehmer organisieren sich bereits seit mehr als 50 Jahren im sogenannten Wirtschaftsrat. Seit April vergangenen Jahres gibt es auch ein Wirtschaftforum der SPD.

dab/Reuters/AFP

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