US-Notenbank Fed lässt Leitzins unverändert

Trotz Wirtschaftsflaute und hoher Arbeitslosenzahl: Die US-Notenbank Fed lässt den historischen Niedrigzins unverändert. Falls nötig werde sie aber eingreifen - die Bereitschaft zum Handeln ist damit klarer formuliert als zuvor.
Notenbankchef Ben Bernanke: Historischer Niedrigzins bleibt unverändert

Notenbankchef Ben Bernanke: Historischer Niedrigzins bleibt unverändert

Foto: J. Scott Applewhite/ AP

Washington - Trotz der Wirtschaftsflaute verzichtet die US-Notenbank Fed auf eine neue Konjunkturspritze - zumindest vorerst. Den Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke bei null bis 0,25 Prozent. Erneut signalisierte die US-Notenbank, den Schlüsselzins bis 2014 auf niedrigem Niveau belassen zu wollen.

Bei Bedarf werde die Fed allerdings zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um der Wirtschaft mehr Schwung zu verleihen. Die Notenbanker fassten die Textpassage zu möglichen Hilfen für die Konjunktur damit etwas konkreter als noch im Juni. Damals hatten sie lediglich die Bereitschaft erklärt, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Die verhaltenen Aussagen der Notenbank haben die US-Börsen am Mittwoch belastet. Der Dow Jones Industrial   fiel wieder unter die Marke von 13.000 Punkten. Er ging mit einem Abschlag von 0,25 Prozent bei 12.976,13 Zählern aus dem Handel.

Die Fed sehe aktuell "bedeutende Abwärtsrisiken" für die US-Wirtschaft. Die Konjunktur habe in der ersten Jahreshälfte "etwas Tempo verloren" und auch der Arbeitsmarkt sei noch weit von der Normalität entfernt, teilte die Notenbank mit.

Allerdings sieht die Fed keine Inflationsgefahren. Die langfristigen Inflationserwartungen bezeichnete sie als weiterhin stabil. Dank sinkender Preise für Rohöl und Treibstoff habe der Preisdruck in den USA seit Beginn des Jahres sogar nachgelassen, hieß es. In den kommenden Quartalen rechne sie mit einem "moderaten wirtschaftlichen Wachstum" in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Auch die Konjunkturmaßnahme "Operation Twist" werde wie angekündigt bis zum Jahresende fortgesetzt. Hierbei werden kurzfristig fällige Anleihen aus ihrem Bestand gegen lang laufende Papiere getauscht. Das soll Zinsen beispielsweise für Unternehmenskredite oder Immobiliendarlehen weiter nach unten drücken.

Die Finanzmärkte hatten seit Wochen darüber gerätselt, ob die Notenbank ein neues Anleihekaufprogramm starten könnte. Das schwache Wachstum des Bruttoinlandsproduktes der weltgrößten Volkswirtschaft von hochgerechnet 1,5 Prozent im zweiten Quartal hatte diese Spekulation genährt.

lei/dpa/AP/Reuters
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