Federal Reserve US-Notenbank senkt Leitzins erneut

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen kappt die US-Notenbank den Leitzins. Sie senkte ihn um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Präsident Trump spricht von "Versagen".
US-Notenbankchef Jerome Powell

US-Notenbankchef Jerome Powell

Foto: Andrew Caballero-Reynolds / AFP

Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Damit liegt der Leitzins nun in der Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent, wie die Federal Reserve in Washington mitteilte. Bereits Ende Juli hatte die Fed den Leitzins gesenkt, ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte. Es war die erste Senkung seit der globalen Finanzkrise 2008.

Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Die Abkühlung der Weltwirtschaft und schwelende Handelskonflikte sorgten zuletzt für Verunsicherung. Im vergangenen Jahr hatte die Fed noch vier Mal die Zinsen angehoben.

Die Zentralbank geht von einer weiter "moderat" wachsenden US-Wirtschaft aus, Exporte und Investitionen seien jedoch zuletzt zurückgegangen, erklärte die Fed. Auch die weltweit schwächeren Wachstumsaussichten und zunehmende Unsicherheit spielten bei der Zinssenkung eine Rolle. Diese ist zum Teil ausgelöst von US-Präsident Donald Trumps aggressiv betriebenen Handelskonflikten, insbesondere jenem mit China, der zweitgrößten Volkswirtschaft.

Die Fed erklärte zudem - wie bereits im Juli - dass die Zentralbank alle wirtschaftlichen Daten weiter genau verfolge und "angemessen" handeln werde, um die Arbeitslosigkeit niedrig und die Inflation nahe dem Ziel von 2 Prozent halten werde.

Die erneute Zinssenkung sollte der sich abkühlenden Wirtschaft neuen Schwung geben. Zudem signalisiert die Fed damit, dass sie zu handeln bereit ist, falls sich der Konjunkturausblick weiter verdüstert.

Die US-Wirtschaft wächst bereits seit zehn Jahren. Es ist der längste dokumentierte ununterbrochene Aufschwung, doch inzwischen mehren sich die Warnsignale. Die Arbeitslosigkeit in den USA ist weiter sehr niedrig, aber das Wachstum hat sich zuletzt abgeschwächt. Insbesondere die Handelskonflikte belasten die Wirtschaft. Firmen fahren Investitionen zurück, Investoren sind nervös. Daten vom Anleihenmarkt ließen eine Rezession befürchten, so der Tenor.

Trump reagiert erbost

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für den Schuldendienst ausgeben müssen - sie haben so mehr Einkommen zur Verfügung.

US-Präsident Donald Trump reagierte erbost auf die Entscheidung. Auf Twitter schrieb er, Powell und die Fed hätten erneut versagt: "Kein Mut, kein Sinn, keine Vision. Ein schrecklicher Kommunikator." Ihm geht die leichte Senkung nicht weit genug.

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Er fordert die unabhängige Fed bereits seit Monaten auf, die Zinsen deutlich zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Zuletzt forderte er sogar, den Leitzins auf "Null oder weniger" abzusenken. Er will gut ein Jahr vor der Präsidentenwahl keinen Konjunktureinbruch riskieren. Den von ihm ernannten Notenbankchef Powell hat er daher auf Twitter wiederholt als "ahnungslos" beschimpft, einmal sogar als "Feind" des Landes.

yer/Reuters/dpa
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