Fehlzeiten von Arbeitnehmern Krankenstand klettert auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Deutschen lassen sich wieder häufiger krankschreiben. Laut einem Zeitungsbericht ist die Fehlquote von Arbeitnehmern im ersten Halbjahr 2010 auf das höchste Niveau seit fünf Jahren gestiegen. Experten schließen daraus, dass die Angst vor dem Jobverlust zurückgeht.
Arzt: Höchste Fehlquote seit fünf Jahren

Arzt: Höchste Fehlquote seit fünf Jahren

Foto: DDP

Berlin - Die Konjunktur zieht an, die Lage am Arbeitsmarkt ist überraschend stabil - und Deutschlands Arbeitnehmer fehlen im Schnitt wieder häufiger im Betrieb. Laut einem Bericht der "Welt" sind die Krankenstände in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 auf den höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert.

Insgesamt waren 3,58 Prozent der Arbeitnehmer krankgeschrieben, bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 3,24 Prozent - das entspricht einem Anstieg um zehn Prozent.

Arbeitsmarktexperten erklärten den Anstieg der Krankenstände dem Bericht zufolge vor allem mit der besseren konjunkturellen Situation. Diese führe im Allgemeinen dazu, dass die Beschäftigten im Krankheitsfall weniger Angst haben, den Job zu verlieren.

Die Statistiken, über die die "Welt" berichtet, zeigen dieselbe Tendenz wie der Fehlzeiten-Report 2010 der AOK und der Universität Bielefeld. Diesem zufolge stieg der Krankenstand zwischen 2008 und 2009 von 4,6 auf 4,8 Prozent. Im Durchschnitt dauerte eine Arbeitsunfähigkeit 17,3 Tage, wie die AOK am Donnerstag mitteilte. Die Daten basieren den Angaben zufolge auf den Fehlzeiten von 9,7 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen.

Anmerkung der Redaktion: In diesem Text wurde zunächst unter Berufung auf die "Welt" gemeldet, dass Arbeitnehmer im Durchschnitt 3,58 Prozent der Sollarbeitszeit gefehlt hätten. Das lässt sich aus den Daten des Bundesgesundheitsministeriums allerdings nicht ablesen. Die Statistik zeigt lediglich, wie groß der Anteil der gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmer lag, die jeweils zum Stichtag des Monatsersten krankgeschrieben waren.

ssu/AFP/Reuters
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