Dänischer Käse Feta-Streit geht vor oberstes EU-Gericht

Feta muss in Griechenland hergestellt werden, sonst ist es kein Feta. Weil dänische Unternehmen ihren Käse trotzdem unter dem geschützten Begriff verkaufen, verklagt die EU-Kommission das Land nun.

Feta in Athen (Archivbild): Nur der Käse aus Griechenland darf Feta heißen
Orestis_Panagiotou / DPA

Feta in Athen (Archivbild): Nur der Käse aus Griechenland darf Feta heißen


Wegen falsch gekennzeichnetem Käse hat die EU-Kommission Dänemark vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt. Das teilte die Brüsseler Behörde mit. Unternehmen aus dem Land hätten ihren Käse Feta genannt und ihn exportiert.

Seit 2002 darf in der EU aber nur der in Griechenland nach bestimmten Kriterien hergestellte Käse Feta genannt werden. Dänemark habe es nicht unterbunden, dass Firmen heimischen Käse als Feta vertreiben. Damit sei das Land trotz mehrfacher Aufforderungen nicht seiner Pflicht nachgekommen, hieß es von der EU-Kommission.

Klage aus Deutschland und Dänemark abgewiesen

Feta sorgte bereits in der Vergangenheit für gerichtlichen Streit. Drei Jahre nachdem der griechische Käse EU-weit geschützt worden war, hatten Deutschland und Dänemark dagegen geklagt. Ohne Erfolg: Der EuGH entschied, dass Feta in Griechenland und nach bestimmten Regeln produziert sein müsse.

In der EU sind zahlreiche Agrarprodukte und Lebensmittel geschützt. Damit soll unter anderem Verlässlichkeit für die Verbraucher gewährleistet werden. Ein deutsches Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung ist Allgäuer Emmentaler.

Weit mehr Produkte besitzen aber nur eine sogenannte geschützte geografische Angabe - Lübecker Marzipan etwa oder Nürnberger Lebkuchen. Bei diesen Produkten muss mindestens ein Produktions- oder Weiterverarbeitungsschritt in der Region erfolgen.

brt/dpa



insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
kongoking 27.11.2019
1.
Das bestimmte Lebensmittel nur in bestimmten Regionen hergestellt werden darf ist die Darmküche Regelung überhaut. Mir als Verbraucher ist es doch total egal ob der Parmesan aus Parma kommt oder der Champagner aus der Champagne.
quark4@mailinator.com 27.11.2019
2.
Ich wäre dafür, dieses Abstecken von Pfründen generell zu unterlassen. Da werden polnische und deutsche Schweine nach Italien gekarrt, damit dann dort Parma Schinken daraus wird, der dann hier wieder verkauft wird. Und plötzlich hat das Vogtland zwischen Sachsen und Thüringen nur auf der einen Seite Thüringer Klöße, obwohl diese Art Kloß in der ganzen Region beheimatet ist, usw. usf. Letztendlich sichern sich hier Leute Einnahmen, die nicht auf Qualität beruhen, sondern bloß darauf, daß die EU irgendwelche Namensrechte festgeschrieben hat. Wenn ich in DE die richtigen Enzyme an die Milch tue, kommt da genauso Edamer Käse raus, wie in Edam und wenn ich was anderes mache, kommt überall Feta oder Mozarella raus. Was hier gemacht wird, halte ich nicht für Verbraucherschutz vor "Nachahmern", sondern für Konkurenzvermeidung. Marktwirtschaft funktioniert aber ohne Wettbewerb bekanntlich nur sehr mies. Soll bitte sehr jeder mit seinem Feta antreten und es gewinnt derjenige, dessen Produkt am besten schmeckt.
Flugzeugfreak1 27.11.2019
3.
Zitat von kongokingDas bestimmte Lebensmittel nur in bestimmten Regionen hergestellt werden darf ist die Darmküche Regelung überhaut. Mir als Verbraucher ist es doch total egal ob der Parmesan aus Parma kommt oder der Champagner aus der Champagne.
Wenn ich aber Champagner kaufe will ich auch echten Champagner kriegen und nicht etwas was in Rumänien abgefüllt wurde. Echter Parmaschinken schmeckt auch anders als welcher aus Schweden schmecken würde.
Flugzeugfreak1 27.11.2019
4.
Zitat von quark4@mailinator.comIch wäre dafür, dieses Abstecken von Pfründen generell zu unterlassen. Da werden polnische und deutsche Schweine nach Italien gekarrt, damit dann dort Parma Schinken daraus wird, der dann hier wieder verkauft wird. Und plötzlich hat das Vogtland zwischen Sachsen und Thüringen nur auf der einen Seite Thüringer Klöße, obwohl diese Art Kloß in der ganzen Region beheimatet ist, usw. usf. Letztendlich sichern sich hier Leute Einnahmen, die nicht auf Qualität beruhen, sondern bloß darauf, daß die EU irgendwelche Namensrechte festgeschrieben hat. Wenn ich in DE die richtigen Enzyme an die Milch tue, kommt da genauso Edamer Käse raus, wie in Edam und wenn ich was anderes mache, kommt überall Feta oder Mozarella raus. Was hier gemacht wird, halte ich nicht für Verbraucherschutz vor "Nachahmern", sondern für Konkurenzvermeidung. Marktwirtschaft funktioniert aber ohne Wettbewerb bekanntlich nur sehr mies. Soll bitte sehr jeder mit seinem Feta antreten und es gewinnt derjenige, dessen Produkt am besten schmeckt.
Nein, die Schweine dürfen nur aus der Region Parma kommen, dazu gehören Deutschland und Polen nicht. Und nein, es gehört mehr als nur die gleichen Zutaten zu verwenden
equigen 27.11.2019
5. Mir ist das nicht egal - korrekte Entscheidung der EU
Zitat von kongokingDas bestimmte Lebensmittel nur in bestimmten Regionen hergestellt werden darf ist die Darmküche Regelung überhaut. Mir als Verbraucher ist es doch total egal ob der Parmesan aus Parma kommt oder der Champagner aus der Champagne.
Wein aus dem Bordeaux schmeckt anders als von der Rhone und anders als aus der Toskana. Was wäre das denn für ein Champagner der aus anderen Trauben, die auf anderem Boden, in einem anderen Klima wachsen?? Genau - eben KEIN Champagner, sondern ein anderer Schaumwein. Alles richtig was die EU macht. Auf Einheitsbrei möchte ich verzichten. Und wenn ich Feta kaufen will, dann soll es Feta sein, der von Tieren kommt die im griechischen Klima, mit Futter aus der Gegend aufwachsen. Und nicht von Tieren die im kalten Klima von Dänemark leben, ganz anders gehalten werden und mit anderem Futter gefüttert werden. Und als fast-Nürnberger, möchte ich natürlich auch keine Nürnberger Bratwürste essen die aus Hannover oder Tschechien oder Dänemark kommen.
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