Kampf gegen die Finanzkrise Sparkommissare suchen Experten mit Griechisch-Kenntnissen

Die Troika zur Prüfung der Sparfortschritte in Griechenland kämpft nicht nur mit gigantischen Haushaltslöchern - sondern offenbar auch mit Sprachproblemen. Nach Angaben des SPIEGEL suchen die Kommissare dringend Experten mit Griechisch-Kenntnissen.
Fahnen der EU und Griechenland vor der Akropolis: Griechisch-Kenntnisse dringend gesucht

Fahnen der EU und Griechenland vor der Akropolis: Griechisch-Kenntnisse dringend gesucht

Foto: Orestis Panagiotou/ dpa

Hamburg - Die Experten von Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank sollen die Sparfortschritte in Griechenland prüfen. Dabei scheitert die dringend benötigte Beratung weniger am Geld. Als Haupthindernis erweisen sich nach SPIEGEL-Informationen vielmehr mangelnde Sprachkenntnisse.

Die Troika ist überzeugt, dass Griechenland viel mehr ausländische Fachleute braucht, die vor Ort beim Aufbau moderner Strukturen helfen - etwa in der Finanzverwaltung oder bei der Wirtschaftsförderung. "Es gibt einfach nicht genügend Experten, die vernünftig Griechisch können", heißt es aus dem Troika-Umfeld.

Übersetzer allein könnten das Problem nicht beheben. Bereits jetzt hilft die sogenannte Taskforce der EU-Kommission Griechenland beim Aufbau einer modernen Verwaltung. Kritiker aus Kreisen der Troika sehen den Einsatz der Truppe allerdings zum Teil als "PR-Veranstaltung".

Schäuble denkt über Schuldenrückkaufprogramm nach

Die Finanzkrise in Griechenland beschäftigt weiterhin auch die deutsche Politik: Nach Angaben des SPIEGEL bereitet das Bundesfinanzministerium (BMF) von Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU) entgegen bisherigen Bekundungen ein Rückkaufprogramm für griechische Staatsanleihen vor. Dabei soll sich die griechische Regierung Geld beim ständigen Rettungsschirm ESM leihen, mit dem sie eigene Anleihen zum aktuellen Kurs zurückkauft. Im Schnitt rangieren die Papiere derzeit bei einem Kurs von 25 Prozent ihres Nennwerts.

Mit jedem geliehenen Euro könnten auf diese Weise vier Euro Altschulden vom Markt genommen werden. Mit einem Einsatz von zehn Milliarden Euro, so die Überlegungen des BMF, ließe sich die Altschuldenlast Griechenlands um 40 Milliarden Euro mindern.

Um diese Quote zu erreichen, sollen Gespräche mit den Investoren geführt werden, damit sie sich tatsächlich mit einem Viertel ihrer Forderungen abfinden. Nach der Operation, so die Hoffnung des Finanzministeriums, wäre Griechenland fast schon wieder in der Lage, sich selbst Geld an den Märkten zu besorgen.