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10. November 2016, 07:10 Uhr

Börsenmanipulation

"Flash Crash"-Händler muss ins Gefängnis

Mithilfe eines Computerprogramms hatte der Brite Navinder Sarao 2010 die US-Börse zum Absturz gebracht. Jetzt muss er dafür sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

Sechseinhalb Jahre nach dem spektakulären Absturz des US-Aktienindex Dow Jones hat sich ein britischer Börsenhändler für schuldig bekannt. Navinder Singh Sarao räumte vor einem Bundesgericht in Illinois ein, ein Computerprogramm zur Manipulation von Börsengeschäften genutzt zu haben, wie das US-Justizministerium mitteilte. Der 37-Jährige war im April 2015 in London festgenommen und am Montag aus Großbritannien ausgeliefert worden.

Sarao soll zum Absturz der Kurse am Aktienmarkt am 6. Mai 2010 beigetragen haben. Damals verlor der Dow Jones binnen weniger Minuten 600 Punkte und damit fast zehn Prozent - ein sogenannter Flash Crash, bei dem in kürzester Zeit hunderte Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet wurden. Laut US-Anklage konnte Sarao mit seinem Programm in schneller Folge Kauf- und Verkaufsaufträge für bestimmte Wertpapiere erteilen und widerrufen und so die Kurse in eine von ihm gewünschte Richtung drücken.

Der Brite soll binnen fünf Jahren mit Manipulationen insgesamt 40 Millionen Dollar verdient haben. Laut Anklage hatte er bei Überprüfungen durch Behörden behauptet, schnell tippen zu können, aber kein Computerprogramm zum Handel zu nutzen. Richterin Virginia Kendall sagte, der Angeklagte werde eine Haftstrafe von 78 bis 97 Monaten absitzen müssen. Er verständigte er sich demnach mit der US-Justiz darauf, eine Strafe von knapp 13 Millionen Dollar zu zahlen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge drohen Sarao liegt bei Straftaten der Art die Höchststrafe bei 30 Jahren.

mik/AFP

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