Für bessere Haltungsbedingungen Tierschützer fordern Fleischsteuer

Pläne für eine Extrasteuer auf Fleisch gibt es in Schweden schon lange. Hierzulande hat nun der Tierschutzbund die Debatte darüber aufgegriffen - mit anderem Ziel.

Schweinezucht in Schleswig-Holstein
Carsten Rehder / DPA

Schweinezucht in Schleswig-Holstein


Pro Kilo Fleisch, Liter Milch oder Eierkarton sollen es nur wenige Cent sein: Der Deutsche Tierschutzbund hat eine Extra-Abgabe auf Fleisch gefordert. Er will so Geld für eine bessere Tierhaltung eintreiben.

"Parallel zur CO2-Steuer brauchen wir auch eine Fleischsteuer", sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Mit den Einnahmen könnte der Umbau der Ställe finanziert werden."

Die Idee solch einer Abgabe ist nicht neu. In Schweden hatte erst die Nationale Umweltschutzagentur die Einführung einer Steuer auf Fleisch erwogen, allerdings aus Klimaschutzgründen. Denn auch die Aufzucht der Tiere selbst gilt als klimaschädlich. Mit einer Sondersteuer sollte dort das Bewusstsein für die Auswirkungen auf Klima und Umwelt geschärft werden.

Tierschutzbund-Präsident Schröder rief Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dazu auf, eine umfassende Nutztierstrategie vorzulegen. Schröder sagte der Zeitung: "Wir müssen festlegen, wie es in 20 oder 30 Jahren in den Ställen aussehen soll."

apr/AFP

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insgesamt 44 Beiträge
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pizzerino 05.08.2019
1. Steuer für Ställe?
Verstehe ich nicht. Alle Reportagen berichten von grundsätzlich ausreichenden Tierschutzbestimmungen welche dann aber krass umgangen werden, mangels ausreichender Kontrollkapazitäten. Sollte man da nicht zuerst den Betrügern per Kontrolle das Handwerk legen? So wären Fördermittel m.E. besser angelegt.
Ragnar the Bold 05.08.2019
2.
Finde ich eine gute Idee, die Frage ist, wie man es fair macht. Erwische mich nämlich auch dabei zu oft, zu viel und zu billiges Fleisch zu kaufen. Eine prozentuelle Abgabe wäre deswegen nicht hilfreich. Auch sollte man die Fleischexporte ebenso besteuern. Vielleicht wäre es am besten die Art des Tieres zu berücksichtigen Huhn>Schwein>Rind Aber ich sehe das Freiwilligekeit hierbei nicht funktioniert, deshalb sollen sie es gerne besteuern. Solange es nicht in Kohlestromsubventionen gesteckt wird.
freigeistiger 05.08.2019
3. Bessere verbindliche Haltungsregeln
Die Bürgerinnen und Bürger haben die öffentlichen Verwaltungen und die Politik damit beauftragt, für gute Lebensbedingungen durch entsprechende Regelungen zu sorgen. Dafür werden sie bezahlt. Es müssen also bessere verbindliche Mindeststandards für die Tierhaltungen gesetzt werden. Auch für einen fairen Wettbewerb. Kein Mäster kann sich dann durch schlechte Haltungsbedingungen einen Vorteil verschaffen, und die Anderen damit zu ebenfalls schlechten Haltungsbedingungen zwingen. Der Hinweis auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt für den Fleischexport von Ministerium und Bauernverbänden darf gute Haltungsbedingungen nicht behindern. Der letzte Absatz sagt es aus. Es geht um langfristige Planungssicherheit. Es geht um gleich verbindliche Standards-Regelungen. Fleisch wird damit etwas teurer. Das ist dann so. Eine neue Steuer wäre nur wieder noch ein irrelevantes Siegel.
quidquidagis1 05.08.2019
4. Nein...
..nicht in "20 bis 30 Jahren",sonder in 2 bis 3 Jahren!
Freier.Buerger 05.08.2019
5. Steuer, Steuer, Steuer
und nochmal Steuer. Steuern sind echt super, Es gibt keine andere Möglichkeit das Leben auf unserem Planeten zu verbessern, als es zu besteuern. Einkommen werden besteuert, Ausgaben werden besteuert, Geld was auf der Kante liegt wird besteuert. Es ist ein Traum. Lasst uns alle Finanzbeamte werden und diesen unseren Steuertraum in die Welt hinaustragen...
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