Integration Mehr als 400.000 Asylbewerber haben einen Job

Die Zahl der Erwerbstätigen unter den Asylbewerbern steigt. Experten zufolge benötigen sie noch mehr Hilfe bei Berufsausbildungen.

Zwei junge Syrer erfassen eingehende Ware (Archiv)
Bernd Settnik / DPA

Zwei junge Syrer erfassen eingehende Ware (Archiv)


Immer mehr Asylbewerber in Deutschland finden nach Angaben des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Arbeit. "Unter den seit 2015 aus den acht wichtigen Asylherkunftsländern Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Pakistan, Nigeria, Somalia, Iran zu uns gekommenen Erwerbsfähigen gehen etwa 35 Prozent einer Beschäftigung nach", sagte der kommissarische IAB-Direktor Ulrich Walwei der "Welt".

"Das sind ungefähr 400.000 Personen, mit steigender Tendenz", sagte Walwei. Im August 2018 waren es noch etwa 306.000 gewesen.

Allerdings werden von den rund 1,2 Millionen Migranten aus diesen wichtigen Herkunftsländern den Angaben zufolge nur 44.000 aktuell für einen Beruf ausgebildet. "Insgesamt ist die Ausbildungsneigung der Flüchtlinge noch steigerungsfähig", sagte Walwei. Man dürfe allerdings auch nicht vergessen, wie anspruchsvoll eine Ausbildung häufig sei. Deswegen sei hier noch bessere Unterstützung und Ausbildungsbegleitung nötig.

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Unter den 400.000 Asylbewerbern, die eine Beschäftigung gefunden hätten, gingen nahezu die Hälfte einer Helfertätigkeit nach, sagte Walwei. Vier Branchen seien besonders wichtig für die Arbeitsmarktintegration: "Sehr viele sind über Zeitarbeitsunternehmen angestellt, die generell eine wichtige Rolle für den Einstieg für Zuwanderer in den Arbeitsmarkt spielen. Dabei geht es meist um einfache Tätigkeiten in der Produktion. Zweitens sind die sogenannten wirtschaftlichen Dienstleistungen außerhalb der Zeitarbeit wichtig, das ist oft das Reinigungsgewerbe. Zudem sind die Gastronomie und die Landwirtschaft wichtig."

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kko/dpa



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