Berliner Pannenflughafen Behörde genehmigt Brandschutzkonzept für BER

Kann der Hauptstadtflughafen BER doch noch 2017 öffnen? Eine wichtige Hürde haben die Planer nun jedenfalls genommen: Die zuständige Baubehörde hat das lange umstrittene Brandschutzkonzept genehmigt.

Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld
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Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld


Für die Vollendung des Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld ist eine wichtige Hürde genommen. Die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald genehmigte am Donnerstag einen Bauantrag, in dem der Umbau der Brandschutzanlage festgehalten ist. Das teilte der Kreis in Lübben mit. Vor allem weil diese Anlage bislang nicht funktionierte, musste die Flughafeneröffnung viermal verschoben werden.

Bei der Genehmigung ging es um den fünften Nachtrag zur baulichen Änderung an der Entrauchungsanlage für den Fluggastterminal. Der Antrag umfasst 66 Ordner und enthält das überarbeitete Brandschutzkonzept. Überprüft wurde auch der Rauchabzug am Übergang vom Terminal zum unterirdischen Flughafenbahnhof. Dieser wurde zunächst als problematisch angesehen. Eisenbahn-Bundesamt und Deutsche Bahn hätten aber in den vergangenen Monaten "eine genehmigungsfähige Lösung gefunden", teilte der Landkreis mit.

Die Flughafengesellschaft könne nun die Entrauchungsanlage fertigstellen und die erforderlichen Prüfläufe beginnen. Ein weiterer, sechster Nachtrag sei aber bereits in Vorbereitung und müsse dann auch noch bearbeitet werden.

Flughafen-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld sprach von einer "guten Nachricht". Die gute Zusammenarbeit zwischen Bauordnungsamt, Eisenbahnbundesamt, Deutscher Bahn und Flughafengesellschaft habe sich ausgezahlt. "Im nächsten Schritt werden wir jetzt prüfen, was sich aus der Genehmigung ergibt. Die Tatsache, dass die Unterlagen jetzt vorliegen, zeigt uns, dass es richtig ist, das Ziel der Eröffnung des BER Ende 2017 nach wie vor weiter zu verfolgen", fügte er hinzu.

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An diesem Freitag berät der Flughafen-Aufsichtsrat erneut über den Baufortschritt am neuen Flughafen. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass das Gremium den Eröffnungstermin an diesem Tag festlegt.

Eigentlich sollte der drittgrößte deutsche Flughafen schon seit fast fünf Jahren in Betrieb sein. Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme verhindern jedoch seither die Eröffnung. Der Kostenrahmen ist seit dem ersten Spatenstich von 2 auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen, was auch an umfangreichen Erweiterungen des Projekts liegt.

stk/dpa-AFX



insgesamt 4 Beiträge
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susuki 07.10.2016
1.
Jetzt bin ich neugierig. Die heisen Rauchgase werden nun nicht mehr am Boden "abgesaugt"? Oder hat der Brandschutz eine "Ausname von Naturgesetzen" genemigt?
mailo 07.10.2016
2.
In der Bilferreihe lese ich zum ersten Mal davon, dass sich in der Zwischenzeit die Sicherheitsvorschriften geändert haben. Auch von Umfangreichen Erweiterungen ist in der öffentlichen Debatte selten die Rede. Vielleicht ist dann das Bashing der öffentlichen Hand doch ein bisschen überzogen. Zudem können auch Planer aus dem privaten Bereich mal richtig in die Sch... packen. Wers nicht glaubt sucht mal nach TKCSA. Da hat ein deutscher Konzern Milliarden am brasilianischen Strand vergraben.
FilmCity 07.10.2016
3. Kollateralschäden
"Der Kostenrahmen ist seit dem ersten Spatenstich von 2 auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen, was auch an umfangreichen Erweiterungen des Projekts liegt." Und wie sieht es mit den damit verbundenen Kollateralschäden aus, die durch Wowereits Änderungen entstanden sind? Wie viele Geschäftsleute / Unternehmer sind pleite gegangen, weil sie Kredite nicht mehr bedienen konnten aufgrund der Nicht-Eröffnung" der Geschäfte im Terminal? Dazu wird leider nichts mehr gesagt!
90-grad 07.10.2016
4. Wenn,
ja wenn sich dann, in ca. 30 - 50 Jahren, die Investitionskosten für dieses Milliardengrab, und Denkmal deutscher Ingenieurskunst, u.U. amortisiert haben sollten, können die Apologeten dieser Totgeburt im Jenseits ein Fläschchen Manna köpfen. Das Ding bleibt auf Jahrzehnte ein Zuschußbetrieb zur Vernichtung von Steuergeldern, und das Schöne daran, Berlin hat den BER nie benötigt. TXL und SXF decken das Berliner PAX-Aufkommen bestens ab, und SXF wäre für ein paar lumpige Hundert Mio, damals noch Mark, locker ausbaubar gewesen. Die Baugenehmigung hierfür war in den 90gern schon erteilt, und die Ausführungsplanung lag ebenfalls vollumfänglich vor.
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