Berliner Flughafen Rohre zu dünn - BER-Bau verzögert sich noch mal

Am BER müssen zwei Kilometer Rohre ausgetauscht werden. Erst nach dem Einbau der Sprinkler war aufgefallen, dass die Wasserleitungen zu dünn sind.
Hauptstadtflughafen BER

Hauptstadtflughafen BER

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Neue Technikprobleme im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens bringen das Projekt weitere vier bis sechs Monate in Verzug. Das sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Mittwoch im Berliner Abgeordnetenhaus. Müller ist auch Aufsichtsratschef des BER. "Es gibt eine Kette von Ärgernissen", sagte der SPD-Politiker. Einen neuen Eröffnungstermin nannte er nicht.

Wie bereits bekannt war, lassen sich gut 1000 Türen im Terminal nicht ordnungsgemäß elektronisch steuern (die genauen Hintergründe lesen Sie hier). Wie bereits befürchtet worden war, müssen nun zudem noch Wasserrohre für die Sprinkleranlage ausgetauscht werden.

Im Oktober 2016 hatte Technikchef Jörg Marks bei einem Presserundgang stolz verkündet, dass 29.000 neue Sprinklerköpfe installiert worden seien. Später zeigte sich, dass die Wasserrohre für so viele Sprinkler zu dünn waren. In den Deckenhohlräumen über den Terminalgängen müssten nun rund zwei Kilometer neue - dickere - Rohre verlegt werden, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld.

Die bockigen Türen brauchen offenbar keine neuen Kabel. Jedoch müssen die bestehenden Anschlüsse in den Schaltschränken neu gesteckt werden. "Das dauert Monate, weil man jede einzelne Tür ausprobieren muss", sagte Mühlenfeld.

"Erkenntnisproblem der Geschäftsführung"

Müller kritisierte Mühlenfeld, der die Probleme lange als kurzfristig lösbar dargestellt habe. "Da gibt es schon noch ein Erkenntnisproblem der Geschäftsführung."

Der Aufsichtsratschef erneuerte seine Aussage, dass es nach der geplatzten Eröffnung des Flughafens 2012 zwei Jahre nicht vorangegangen sei. "Die Jahre 2012 bis 2014 waren verschenkte Jahre", sagte er. Damals waren Rainer Schwarz und Hartmut Mehdorn Flughafenchefs, den Aufsichtsrat führten die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD). Müller nannte keine Namen.

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Als Fehler bezeichnete Müller den Rauswurf der Generalplaner 2012 und dass der damalige Technikchef Horst Amann eine Bestandsaufnahme der zahlreichen Mängel im Terminal nicht zu Ende führen konnte. "Einige haben mehr an den nächsten großen Ausbauplan gedacht, als diese Katastrophe erst einmal in Ordnung zu bringen."

ssu/dpa
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