Flurbereinigung Brüderle will drei Viertel der Landesbanken abschaffen

Aus acht macht zwei: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich für eine drastische Reduzierung der Zahl der Landesbanken ausgesprochen. Von den gegenwärtig acht Instituten sollten nach Ansicht des FDP-Politikers dauerhaft höchstens zwei bestehen bleiben.

Logo der Landesbank Baden-Württemberg: Massiver Druck zu Fusionen der Institute
dpa

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Berlin - "Eine Flurbereinigung ist überfällig. Als Dachinstitute für die Sparkassen sind eine, maximal zwei Landesbanken ausreichend", sagte Brüderle der "Bild am Sonntag". Die Bundesländer sollten die Kraft haben, sich auf eine solche Reform zu verständigen, forderte er.

Der Wirtschaftsminister verlangte zudem, dass der Staat in spätestens vier Jahren sein Engagement bei der Commerzbank beendet. Einen Rückzug der Regierung strebt der Minister auch bei der Hypo Real Estate an, allerdings sei die Lage bei der HRE komplizierter.

"Der Ausstieg wird um einiges länger dauern als bei der Commerzbank." Brüderle kündigte an, den Rettungsschirm für Unternehmen noch in diesem Jahr schließen zu wollen.

Höheres Wirtschaftswachstum als geplant

Brüderle rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von fast drei Prozent."Die Zahl hinter der Zwei und dem Komma wird eine sehr hohe Zahl werden", sagte Brüderle der "Bild am Sonntag". Bislang geht sein Ministerium von 2,5 Prozent Wachstum aus. Im Oktober solle die neue Wachstumsprognose veröffentlicht werden.

Gleichzeitig warnte der Minister vor voreiligem Optimismus: "Auch Optimismus muss gut begründet sein. Das starke Wachstum des zweiten Quartals von mehr als zwei Prozent darf man nicht auf das ganze Jahr hochrechnen, da kämen wir ja auf ziemlich hohe Werte. Das Wachstumstempo wird sich normalisieren."

Angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs hält Brüderle in wenigen Jahren Vollbeschäftigung für möglich: "Bei einer Arbeitslosenquote von bis zu vier Prozent spricht man von Vollbeschäftigung. Umgerechnet sind das etwa 1,7 Millionen Arbeitslose. Das klingt zwar immer noch hoch, ergibt sich aber zum Beispiel durch Wartezeiten beim Jobwechsel. Schon in diesem Herbst wird die Arbeitslosenzahl unter drei Millionen fallen. Wenn der Aufschwung sich verstetigt, können wir in den nächsten vier bis fünf Jahren Vollbeschäftigung in Deutschland erreichen."

hil/Reuters



insgesamt 307 Beiträge
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Seite 1
H.Ehrenthal, 28.02.2009
1.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließen wie Tür absperren? Oder in den Konkurs schicken? ALLE Unternehmen in "D", die überschuldet ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, sind insolvent! Fälle für den Konkursverwalter. Sinnlos, für jede Dönerbude einen eigenen Thread zu öffnen.
E. Rolle, 28.02.2009
2.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Andere Frage, ging in Deutschland irgend ein Mensch davon aus, dass diese Landesbanken nicht in die Schieflage geraten? Die ganze Welt ließ unkontrolliert den Casinobetrieb laufen und wegen der gut funktionierenden Nachrichtenlage über zweistellige Gewinnmöglichkeiten, wollten natürlich ALLE mitmachen. Rettet nun die Canzlerin Merkel die HRE, muss konsequent JEDE Bank in Deutschland gerettet werden. Die Canzlerin hat nicht genau erklärt, warum sie die HRE rettet, also kann die nicht geäusserte Logik dann auch für jede Bankklitsche in Deutschland gelten, ob öffentliche oder private Bank. Gleiches Recht für alle, oder gilt das jetzt nicht mehr?
Liberalitärer, 28.02.2009
3.
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Abwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
M. Moore, 28.02.2009
4.
Zitat von LiberalitärerAbwickeln sofort, die Dinger sind nicht systemrelevant und fügen dem Finanzplatz Deutschland immensen Schaden zu, sei Jahren.
So genommen sind keine Banken mehr systemrelevant, sie machen eh' alle was sie wollen und ordnen sich wegen der ihnen gegeben Liberalität in kein System mehr ein. Daher alle bis auf die Bundesbank schließen und abwickeln, die HRE und Commerzbank zuallererst.
Bernhard Fischer 28.02.2009
5. Shut down... wir bezahlen nicht die Krise....
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise hat auch die deutschen Landesbanken erreicht, die zum Teil in heftige Turbulenzen geraten sind. Sollte man sie angesichts der Probleme besser schließen?
Schließt besser die EZB, die könnte auf Milliardenforderungen aus ihren Refinanzierungsgeschäften mit Geschäftsbanken sitzen bleiben. Danach kann man weiter sehen.....
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