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Porträts junger Spanier: "Hauptsache nicht hierbleiben"

Foto: Kilian Foerster

Fotoreportage Spaniens Generation Cero

Keine Arbeit, keine Perspektive, keine Hoffnung - in Spanien wächst die Generación Cero heran. Der Fotograf Kilian Foerster hat Jugendliche in Madrid fotografiert, die unter den Folgen der Wirtschaftskrise leiden.

Hamburg - Es ist ein kleiner Lichtblick für das krisengeplagte Spanien: Die Zahl der Menschen ohne Job von den Pyrenäen bis zum südlichen Mittelmeer ist im Mai um fast zwei Prozent gesunken, meldete das Arbeitsministerium in Madrid diese Woche. "Das sind die besten Daten, die wir seit Beginn der Krise gesehen haben", tönte Industrieminister José Manuel Soria. Premier Mariano Rajoy hatte kurz zuvor "eindeutig ermutigende" Zahlen angekündigt.

Tatsächlich aber ist die Faktenlage ernüchternd: 6,2 Millionen Menschen in Spanien waren in den ersten drei Monaten dieses Jahres ohne Arbeit, also rund 27 Prozent aller erwerbsfähigen Bewohner der Halbinsel. Unter jungen Menschen lag die Quote sogar bei 56,4 Prozent - die zweithöchste Jugendarbeitslosigkeit in der EU.

Für diese 56,4 Prozent ist der Begriff Generación Cero (auf Deutsch: Generation null) entstanden. Es handelt sich um junge Menschen, die nach dem Platzen der spanischen Immobilienblase und der anschließenden schweren Krise häufig null Einkommen haben, null Perspektive und null Hoffnung. Diese jungen Spanier teilen damit das Schicksal vieler anderer Krisenkinder in Europa.

Der Hamburger Fotograf Kilian Foerster  ist nach Madrid gereist, um einige dieser jungen Menschen zu sprechen und ihre Erfahrungen als Teil der Generation null festzuhalten. Wie schon bei einem vorhergegangenen Projekt dieser Art mit griechischen Jugendlichen in Thessaloniki sind beeindruckende Porträts und Schilderungen der jungen Frauen und Männer dabei herausgekommen.

Foerster hat Schüler, Studenten und Jobber getroffen, die mal resigniert, mal schüchtern, manchmal auch rebellisch in die Kamera schauen. Sie schildern ihre Ängste vor der Zukunft, ihre Wünsche nach Anerkennung und Respekt und ihre Wut auf die Politik des Landes. Einige geben sich nachdenklich. "Ich denke, dass viele in Spanien über ihre Verhältnisse lebten, weil sie sich fast alles über Kredite finanziert hatten", sagt die 20 Jahre alte Pharmaziestudentin Beatriz.

Vertrauen haben die meisten Porträtierten nur noch in ihre Eltern. Weil sich nach Ansicht der Jugendlichen in ihrer Heimat kaum etwas ändern dürfte, sehen sie ihre Zukunft nur im Ausland. "Hauptsache nicht hierbleiben", sagt der 21-jährige Manuel. Sehen Sie hier die Fotos der Jugendlichen.

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