France Télécom Staatsanwaltschaft untersucht Selbstmordserie

Die hohe Suizidrate bei der France Télécom beschäftigt jetzt die Justiz: Ein Untersuchungsrichter überprüft, warum mehr als 40 Mitarbeiter des französischen Telefonkonzerns den Freitod wählten. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen gezieltes Mobbing vor.
Trauerfeier eines France-Télécom-Mitarbeiters: Gezieltes Mobbing des Managements?

Trauerfeier eines France-Télécom-Mitarbeiters: Gezieltes Mobbing des Managements?

Foto: JEAN-PIERRE CLATOT/ AFP

Paris - Was ist der Grund für die Serie von Selbstmorden bei dem französischen Telefonkonzern France Télécom? Ein Untersuchungsrichter soll nun diese Frage beleuchten. Die Pariser Staatsanwaltschaft werde in den kommenden Tagen richterliche Vorermittlungen veranlassen, sagte ein Anwalt der Gewerkschaft Sud am Freitag.

Anlass sei eine Klage der Gewerkschaft und ein Bericht des französischen Gewerbeaufsichtsamts. Darin wird France Télécom vorgeworfen, die Gesundheit von Mitarbeitern durch die Umstrukturierung des Konzerns aufs Spiel gesetzt zu haben. Gleichzeitig wird das Management des Mobbings beschuldigt.

Seit 2008 haben sich bei France Télécom mehr als 40 Mitarbeiter das Leben genommen. Die Gewerkschaften machen dafür den rasanten Umbau des einstigen Staatskonzerns mitverantwortlich, durch den viele Beschäftigte versetzt und Arbeitsabläufe verändert würden. Wegen der Selbstmordserie musste bereits Konzernchef Didier Lombard Anfang März seinen Posten räumen.

Mitte März hatte die Staatsanwaltschaft im ostfranzösischen Besançon erstmals ein Ermittlungsverfahren zu einem Mitarbeiterselbstmord eingeleitet, in dem der Konzern und ein Regionalmanager der "fahrlässigen Tötung" beschuldigt werden.

lgr/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.