Reformen Arbeitslosigkeit in Frankreich auf Zehn-Jahres-Tief

In Frankreich haben derzeit viele Menschen einen Job. Die Regierung sieht sich in ihren Reformen bestätigt. Präsident Macron ist jedoch noch ein gutes Stück von seinem selbstgesteckten Ziel entfernt.

Proteste zum Tag der Arbeit am 1. Mai (Archiv)
KENZO TRIBOUILLARD / AFP

Proteste zum Tag der Arbeit am 1. Mai (Archiv)


Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken. In den ersten drei Monaten des Jahres ging die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent zurück, teilte das Statistikamt Insee mit. Verglichen mit dem ersten Quartal 2018 lag sie 0,5 Prozentpunkte niedriger.

Ohne die Überseegebiete lag die Quote bei 8,4 Prozent. In absoluten Zahlen waren 2,4 Millionen Menschen erwerbslos, 19.000 weniger als in den letzten drei Monaten 2018. "Unsere Reformen wirken", sagte Arbeitsministerin Muriel Pénicaud.

Macron hatte nach seiner Wahl zunächst die Regeln zum Kündigungsschutz gelockert, was Einstellungen erleichtern soll. Präsident Emmanuel Macron hat versprochen, die Arbeitslosenquote bis zum Ende seiner Amtszeit 2022 auf sieben Prozent zu drücken.

Die Beschäftigungsquote betrug in den ersten drei Monaten des Jahres unverändert 66,1 Prozent und bewegt sich damit weiter auf dem höchsten Stand seit 1980. Vollbeschäftigt sind demnach 54,5 Prozent der Erwerbstätigen, einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben 49,5 Prozent der Beschäftigten.

Manche Experten bezweifeln jedoch, dass der Präsident sein Versprechen halten kann, die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken. Der Ökonom Eric Heyer von dem unabhängigen Wirtschaftsinstitut OFCE nannte den Rückgang nur "sehr klein". Dies werde auch anhalten, sagte er voraus. Dafür machte Heyer vor allem ein zu geringes Wirtschaftswachstum verantwortlich.

kko/AFP/dpa-AFX



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