Landsitz in Südfrankreich Behörden verbieten Onlineglücksspiel um Villa

Ein Los für 13 Euro kaufen - und ein 1,5 Millionen Euro teures Anwesen samt Pool und Tennisplatz gewinnen: Ein Paar in Südfrankreich nutzte diesen Kniff, um einen Käufer für seine Villa zu finden. Nun sind die Behörden eingeschritten.

Stadt im Departement Dordogne (Symbolbild)
THIBAUD MORITZ / AFP

Stadt im Departement Dordogne (Symbolbild)


20 Jahre lang betrieben Brigitte und Christophe Demassougne das 450 Quadratmeter große Gästehaus in Cénac-et-Saint-Julien, samt Villa aus dem 18. Jahrhundert, malerischen Gärten, Ställen, einem Tennisplatz und einem Swimmingpool. Doch irgendwann wollte das Paar den Landsitz La Guérinière im Südwesten Frankreichs loswerden.

Statt mühsam einen Käufer zu suchen, begannen die beiden eine Onlineverlosung. So wollten sie kurz vor der Rente das auf 1,5 Millionen Euro geschätzte Anwesen abstoßen - und an dem Interesse für die Luxusherberge verdienen.

"Zum Träumen gebracht"

Teilnehmer aus der ganzen Welt machten mit und bewarben sich um die rund 160 Kilometer östlich von Bordeaux gelegene Villa im Departement Dordogne - und das für nur 13 Euro Einschreibegebühr. Die Teilnehmer musste zwei Fragen beantworten und den Wert von drei Gegenständen schätzen. Dazu zählten ein antikes Kalligrafiebuch, ein Paar polierter Chelsea-Stiefel und ein Goldarmband.

Das Quiz war am 1. April gestartet und seitdem hatten fast 20.000 Menschen daran teilgenommen, darunter Kanadier, Australier und Briten. Fast 260.000 Euro kamen auf diese Weise bereits zusammen. Nun haben Frankreichs Regulierungsbehörden den Wettbewerb um das Gästehaus verboten - weil er in ihren Augen illegales Glücksspiel darstellt.

Am Donnerstag erhielt das Paar einen Brief der französischen Regulierungsbehörde für Onlineglücksspiel. Diese forderte mit Verweis auf ein Gesetz aus dem Jahr 2014, das Quiz sofort einzustellen. Demnach handelt es sich um ein Glücksspiel, das auf individuellem Fachwissen beruht und das sei verboten.

Die Demassougnes haben nach eigenen Angaben acht Tage Zeit, um zu beweisen, dass ihr Wettbewerb kein Glücksspiel ist. Sie zeigten sich allerdings pessimistisch, dass ihnen das gelingen wird. Brigitte Demassougne versprach, dass alle Teilnehmer ihr Geld zurückerhalten würden.

Sie und ihr Mann hätten viele unterstützende Zuschriften erhalten, sagte Demassougne. "Die Leute sagten uns: 'Selbst wenn wir nicht gewinnen, haben sie uns zum Träumen gebracht'", erzählte sie und fügte hinzu: "Wenigstens dafür war es gut."

apr/AFP



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