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09. Juli 2019, 14:18 Uhr

Ökosteuer

Frankreich will Flugtickets um bis zu 18 Euro teurer machen

In Frankreich werden Flugtickets künftig teurer und die Zusatzeinnahmen in die Bahninfrastruktur gesteckt. Die Ökosteuer gilt ab 2020 - bestimmte Flugverbindungen sind aber ausgenommen.

Frankreich führt ab dem kommenden Jahr eine Ökosteuer auf Flugtickets ein. Die Abgabe soll zwischen 1,50 Euro und 18 Euro pro Ticket betragen, wie Verkehrsministerin Elisabeth Borne mitteilte. Der Höchstbetrag wird demnach für Businesstarife der Langstrecke fällig. Die Regierung rechnet mit einem Erlös von jährlich gut 180 Millionen Euro. Er soll vor allem der Bahn zugutekommen.

Betroffen sind nach Angaben Bornes nahezu alle Flüge, die in Frankreich starten. Ausnahmen soll es für Umsteigeverbindungen geben, die über Frankreich gehen. Auch Flüge auf die Mittelmeerinsel Korsika und in die französischen Überseegebiete sind ausgenommen.

Für alle anderen Inlands- und innereuropäischen Flüge fallen laut der Ministerin für Tickets in der Economy-Class 1,50 Euro an. Die Umweltsteuer für ein Business-Class-Ticket soll neun Euro betragen. Flugtickets zu Zielen außerhalb Europas sollen mit drei Euro in der Economy-Class und 18 Euro in der Business-Class besteuert werden.

Belgien und Niederlande werben für europaweite Umweltabgabe

Die Aktien von Air France-KLM gaben nach der Ankündigung 4,5 Prozent nach, Lufthansa-Papiere notierten 2,5 Prozent schwächer.

Verkehrsministerin Borne bezeichnete die Abgabe als "dringlich", da immer mehr Bürger die Besteuerung des Flugverkehrs infrage stellten. Die Maßnahme wurde von einem Umweltrat unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron beschlossen und soll im Haushaltsgesetz für 2020 verankert werden.

Belgien hat im Kampf gegen die Klimaerwärmung eine europaweite Abgabe auf Flugtickets vorgeschlagen, auch die Niederlande unterstützen den Plan.

Das deutsche Umweltbundesamt fordert bereits seit Jahren von der Politik, die indirekten Subventionen für den Flugverkehr zu streichen. Auch die Deutsche Bahn kritisiert, dass es keine Kerosinsteuer gibt. Internationale Flüge sind zudem von der Mehrwertsteuer befreit.

rai/mmq/Reuters/dpa

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