Ökosteuer Frankreich will Flugtickets um bis zu 18 Euro teurer machen

In Frankreich werden Flugtickets künftig teurer und die Zusatzeinnahmen in die Bahninfrastruktur gesteckt. Die Ökosteuer gilt ab 2020 - bestimmte Flugverbindungen sind aber ausgenommen.

Eine Boeing 777 von Air France auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle
Joel Saget/AFP

Eine Boeing 777 von Air France auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle


Frankreich führt ab dem kommenden Jahr eine Ökosteuer auf Flugtickets ein. Die Abgabe soll zwischen 1,50 Euro und 18 Euro pro Ticket betragen, wie Verkehrsministerin Elisabeth Borne mitteilte. Der Höchstbetrag wird demnach für Businesstarife der Langstrecke fällig. Die Regierung rechnet mit einem Erlös von jährlich gut 180 Millionen Euro. Er soll vor allem der Bahn zugutekommen.

Betroffen sind nach Angaben Bornes nahezu alle Flüge, die in Frankreich starten. Ausnahmen soll es für Umsteigeverbindungen geben, die über Frankreich gehen. Auch Flüge auf die Mittelmeerinsel Korsika und in die französischen Überseegebiete sind ausgenommen.

Für alle anderen Inlands- und innereuropäischen Flüge fallen laut der Ministerin für Tickets in der Economy-Class 1,50 Euro an. Die Umweltsteuer für ein Business-Class-Ticket soll neun Euro betragen. Flugtickets zu Zielen außerhalb Europas sollen mit drei Euro in der Economy-Class und 18 Euro in der Business-Class besteuert werden.

Belgien und Niederlande werben für europaweite Umweltabgabe

Die Aktien von Air France-KLM Chart zeigen gaben nach der Ankündigung 4,5 Prozent nach, Lufthansa-Papiere Chart zeigen notierten 2,5 Prozent schwächer.

Verkehrsministerin Borne bezeichnete die Abgabe als "dringlich", da immer mehr Bürger die Besteuerung des Flugverkehrs infrage stellten. Die Maßnahme wurde von einem Umweltrat unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron beschlossen und soll im Haushaltsgesetz für 2020 verankert werden.

Belgien hat im Kampf gegen die Klimaerwärmung eine europaweite Abgabe auf Flugtickets vorgeschlagen, auch die Niederlande unterstützen den Plan.

Das deutsche Umweltbundesamt fordert bereits seit Jahren von der Politik, die indirekten Subventionen für den Flugverkehr zu streichen. Auch die Deutsche Bahn kritisiert, dass es keine Kerosinsteuer gibt. Internationale Flüge sind zudem von der Mehrwertsteuer befreit.

rai/mmq/Reuters/dpa



insgesamt 35 Beiträge
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christian77 09.07.2019
1. Heisst in D Luftverkehrsabgabe
Guckst Du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftverkehrabgabe Steuern bringen nichts und sind unsozial. Wir brauchen eine Deckelung des Flugverkehrs.
fahrgast07 09.07.2019
2. Gute Maßnahme
Solche Start-Steuern scheinen mir sinnvoller als Kerosinsteuer. So lassen sich Verkehre besser auf die Bahn verlagern. Auch innerdeutsche Flüge gehören drastisch besteuert, dann sparen wir auch die dritte Startbahn in MUC.
karlo1952 09.07.2019
3. Glaubt denn jemand ernsthaft,
dass wegen 1,50 oder 18 Euro weniger geflogen wird? Das ist doch nur eine Alibigebühr um vom eigentlichen Problem, dass zuviel geflogen wird, abzulenken. Kerosin gehört besteuert, das wäre eine Lösung, aber nur weiltweir durchführbar, was aus Wettbewerbsgründen nicht realisierbar sein wird.
Duzend 09.07.2019
4. Wann wird man je verstehen?
Jetzt sollen es also Abgaben auf Flugtickets sein. OK. Aber warum kann man nicht einfach sagen: "Wir sehen im CO2 aus fossiler Verbrennung etwas, das dem Klima schadet. Wir wollen seine Freisetzung eindämmen. Wir sorgen wenigstens für gleichlange Spieße unter den Transportmitteln und besteuern Kerosin je Liter genauso, wie wir das beim Benzin und beim Diesel auch tun. Und damit keine Verwechslunegn aufkommen: So noch nicht geschehen, holen wir das beim Heizöl und beim Erdgas schleunigst nach."? Dann kann sich ja einer immer noch Gedanken zu energieeffizienterem Fliegen o.ä. machen. Es wirkt auf mich wie ein Feigenblatt, und vor allem ist der Unterschied zwischen Economy udn Busines-Clas viel zu groß im Vergleich zum Unterschied in der CO2-Freisetzung je Flugkilometer. Sonst sollen sie's doch gleich als das bezeichnen, was es ist: eine Steuererhöhung - Umwelt hin oder her.
mopsfidel 09.07.2019
5. Selbst wenn es ohne Umsatzeinbussen laufen wird ...
... werden deutsche Politiker 1000 Ausreden finden, warum das für Deutschland eine ganz schlechte Idee sein wird. Außerdem: was andere Länder (erfolgreich) vormachen, wird auf keinen Fall kopiert.
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