Diskriminierung Frankreich plant Geldstrafen für Lohnunterschiede

Firmen in Frankreich sollen in den nächsten drei Jahren Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen ausgleichen. Sonst droht eine Geldstrafe. Während der Nachbar vorprescht, hält sich Deutschland zurück.
Mitarbeiterin am Arbeitsplatz (Symbolbild)

Mitarbeiterin am Arbeitsplatz (Symbolbild)

Foto: Jan Woitas/ picture alliance / Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

In Frankreich sollen Unternehmen innerhalb von drei Jahren Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern ausgleichen. Ansonsten drohen Geldstrafen. Das teilte der französische Premierminister Édouard Philippe mit.

Im Durchschnitt verdienen Männer in Frankreich neun Prozent mehr als Frauen, obwohl laut dem Gesetz seit 45 Jahren Frauen und Männer für die gleiche Arbeit das gleiche Gehalt bekommen sollten, so Philippe.

Überwachungssoftware für Großunternehmen

Demnach sollen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern eine spezielle Software installieren, die direkt an das Lohnabrechnungssystem gekoppelt sein soll. Ziel ist es, diese Software innerhalb des nächsten Jahres bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern einzuführen. Bis spätestens 2020 sollen auch Firmen mit weniger Mitarbeitern die Software nutzen.

Sollte ein Unternehmen seine Lohnunterschiede innerhalb der nächsten drei Jahre nicht ausgleichen, könne eine Geldstrafe von bis zu einem Prozent der gesamten Lohnkosten der Firma anfallen.

Bisher keine Zeitgrenze in Deutschland geplant

Im EU-weiten Vergleich steht Frankreich weit besser da als Deutschland. In der Bundesrepublik ist der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen so groß wie in fast keinem anderen EU-Land. Laut Angaben des Europäischen Statistikamtes lag das Verdienstgefälle in Deutschland 2016 bei 21,5 Prozent. Höher war der Wert nur in Estland (25,3) und Tschechien (21,8).

Aus Deutschland gab es bisher keine Angaben zu einer möglichen Zeitgrenze zur Lohnangleichung.

ans/Reuters
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