Frankreich zu Trumps Wein-Drohung "Das ist völlig schwachsinnig"

Weil Frankreich Google und Co. besteuern will, droht US-Präsident Trump mit einer Abgabe auf Wein. Der Landwirtschaftsminister in Paris sagt deutlich, was er davon hält.

Findet Trumps Vorstoß "absurd": Didier Guillaume (Archiv)
Vit Simanek /CTK via AP

Findet Trumps Vorstoß "absurd": Didier Guillaume (Archiv)


Frankreichs Landwirtschaftsminister Didier Guillaume hat die Drohung von US-Präsident Donald Trump, womöglich Abgaben auf französischen Wein zu erheben, scharf kritisiert. "Das ist völlig schwachsinnig", sagte er dem Sender BFM TV.

Trump hatte die Sanktion gegen französischen Wein als Vergeltungsmaßnahme für die von der Regierung in Paris geplante Digitalsteuer ins Spiel gebracht, die große US-Konzerne wie Facebook, Google und Amazon treffen soll. Ihnen wirft Frankreich vor, durch geschicktes Verlagern von Gewinnen insgesamt kaum Steuern zu zahlen.

Auf Twitter hatte Trump die Abgabe als eine vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron betriebene "Dummheit" bezeichnet. Wenn jemand die großen amerikanischen Internetunternehmen besteuere, dann sollten es die USA selbst sein.

Trump hatte zudem geschrieben, amerikanischer Wein sei besser als französischer. Das wollte Landwirtschaftsminister Guillaume so nicht stehen lassen. "Amerikanischer Wein ist nicht besser als französischer Wein", sagte er. Es sei "absurd", in der politischen und wirtschaftlichen Debatte auf eine Digital- mit einer Weinsteuer zu reagieren.

Der Fall könnte den US-Handelsstreit mit der EU verschärfen. Im Raum stehen dabei auch Sonderzölle gegen Airbus und auf europäische Autos, was insbesondere Deutschland treffen würde.

kko/Reuters



insgesamt 82 Beiträge
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Mr. Swiss 30.07.2019
1. United Against America
Die EU sollte sich endlich mal auf ihre Stärken besinnen. Wenn der grösste Binnenmarkt der Welt geschlossen gegen Trump als eine wirkliche Einheit auftritt, dann hat der Trottel im Weissen Haus keine Chance mit seinen idioterien. Wall Street würde ihn schnell zurecht weisen. Also: Digitalsteuer EU weit einführen, Zölle auf Autoimporte senken. Dann würden die grössten Autoexporteure der USA (Mercedes und BMW) noch mehr absetzen. Beides gut für die EU.
emo.alberich 30.07.2019
2.
"Schwachsinnig" scheint mir die angedrohte Weinsteuer nicht zu sein - allenfalls gemein und unfair.
ollifast 30.07.2019
3. Unser tägliches Getrumpel gib uns heute
Den Trump sollte man wohl nicht mehr ernst nehmen. Selbstverständlich steht es ihm frei, auf gute Speis und Trank zu verzichten. Ob das hier irgendjemanden interessiert, sei dahingestellt. Auch mit Zöllen auf andere Produkte kann er sich höchstens selber bedrohen, kein Ami wird GM wegen des Zolls fahren, wenn er sich eh einen Mercedes leisten kann. Und für Flugzeuge gilt in jüngster Zeit: If it's a Boeing, I am waiting for an Airbus. Ist nämlich besser so, wenn man den Rückflug noch wahrnehmen möchte.
littletruth 30.07.2019
4. Lockere Schrauben
Ich kann mich definitiv des Gefühls nicht erwehren, das beim derzeitigen "Präsidenten" nicht Eine, sondern alle Schrauben locker sitzen. Und mag man denken, da kommt nichts mehr; doch, da kommt immer neuer undurchdachter Blödsinn. Es wäre zum Lachen, doch dieser geistige und emotionaler Schwachkopf ist der mächtigste Mann der Welt. Schlichtweg zum Fürchten!
mullertomas989 30.07.2019
5. Na und?
Dann gibt es eben eine Weinsteuer. Diese dürfte im Volumen deutlich geringer als eine Digitalsteuer ausfallen. Und wenn nicht, sollte man es trotzdem machen. Hier geht es ums Prinzip.
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