Neuer Höchststand Frankreichs Arbeitslosenzahl ist hoch wie nie

3,285 Millionen Menschen sind in Frankreich ohne Job - so viele wie nie zuvor. Der Arbeitsmarkt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt in der Krise - das bringt auch Präsident Hollande in Bedrängnis.

Jobsuchende auf dem Arbeitsamt in Marseille: Erwerbslosigkeit steigt stetig
REUTERS

Jobsuchende auf dem Arbeitsamt in Marseille: Erwerbslosigkeit steigt stetig


Paris - Die Krise auf Frankreichs Jobmarkt verschärft sich weiter: Die Arbeitslosenzahlen haben im Juli einen erneuten Höchststand erreicht. 3,285 Millionen Menschen waren nach Angaben des französischen Arbeitsministeriums ohne Job - so viele wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Erwerbslosen noch einmal um 6300 oder 0,2 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich sind es zehn Prozent mehr.

Verglichen mit Deutschland hat Frankreich eine mehr als doppelt so hohe Arbeitslosenquote. Nach Berechnungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat lagen die Zahlen zuletzt in Deutschland bei 5,4 und in Frankreich bei 11,0 Prozent. Damit liegt Frankreich genau im EU-Durchschnitt. Für die Euro-Staaten berechnete Eurostat sogar 12,1 Prozent.

Die Entwicklung bringt Präsident Francois Hollande zunehmend in Bedrängnis. Er hat versprochen, dass die Arbeitslosigkeit bis zum Jahresende wieder zurückgeht - tatsächlich hat sie in den vergangenen 27 Monaten stetig zugelegt. Viele Volkswirte zweifeln daran, dass Hollande sein Versprechen einlösen kann und die Konjunktur bis dahin wieder ausreichend in Fahrt kommt.

vks/Reuters/dpa



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utrautmann 27.08.2013
1. REformen sind nötig
Zitat von sysopREUTERS3,285 Millionen Menschen sind in Frankreich ohne Job - so viele wie nie zuvor. Der Arbeitsmarkt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone steckt in der Krise - das bringt auch Präsident Hollande in Bedrängnis. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frankreichs-arbeitslosenzahl-hoch-wie-nie-a-918950.html
Frankreich hat solche Reformen wie Deutschland mit Hartz IV etc. noch vor sich, aber kein Politiker dort traut sich den ersten Schritt zu tun. Traurig das die EU bald nur noch aus Staaten besteht die denken: "Irgendwer wird uns schon raushauen..."
georg_lm 27.08.2013
2.
Zitat von sysopREUTERS3,285 Millionen Menschen sind in Frankreich ohne Job - so viele wie nie zuvor. Der Arbeitsmarkt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone steckt in der Krise - das bringt auch Präsident Hollande in Bedrängnis. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frankreichs-arbeitslosenzahl-hoch-wie-nie-a-918950.html
Will heißen: Die Euro-Staaten haben, bezogen auf die gesamt-EU, eine *überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit*, in den übrigen Staaten *ohne Euro* liegt die Arbeitslosenrate dagegen *unter dem Durchschnitt*. ... und morgen erzählen uns CDUCSUFDPSPDGrüne wieder, daß der € ja soooo eine Erfolgsgeschichte ist!
knowit 27.08.2013
3. Tja,
wie hoch wäre denn die franz. Arbeitslosenquote ohne Mindestlohn? Oder umgekehrt: wie hoch wäre die Arbeitslosenquote in Deutschland mit einem franz. Mindestlohn von Netto 1.000 €? Oder man schaue sich die enormen Arbeitgeberabgaben in Frankreich an (>45%). All diese daraus resultierenden Sozialleistungen sind zunächst mal schön, müssen jedoch bezahlbar bleiben, sonst können halt keine Leute mehr eingestellt werden. Unterm Strich kann man sagen: besser eine mäßig bezahlte Arbeit als gar keine, es sei denn man will überhaupt nicht arbeiten.
fathge 28.08.2013
4. Ungleichgewicht
Wer dauernd Löhne erhöht, verliert. Denn die Kosten etwas zu produzieren steigen ins unermessliche und die Arbeitsplätze gehen verloren. Lohnerhöhungen sind keine Lösung. Und dass die Linke für Deutschland einen Mindestlohn fordert bedeutet im Endeffekt nur einbuße in der Wettbewerbsfähigkeit. Das ist das assoziale
appenzella 28.08.2013
5. optional
Wenn, wie in D-Land üblich, fast nur noch Zeitarbeitsfirmen Arbeit vermitteln, was eigentlich die Aufgabe des Arbeitsamtes ist, bleiben von dem sowieso nicht üppigen garantierten Lohn von 1000 Euro gerade mal 700 Euro übrig. Was bedeutet, daß staatliche Transferleistungen erforderlich sind, damit diese Menschen bei einem vollen Zeitarbeitslohn nicht verhungern. Darin drückt sich das Versagen von Politik und Wirtschaft in D-Land aus. Und das Versagen der ehemaligen Arbeitsämter. Wenn die Zeitarbeitsfirmen Menschen in Arbeit vermitteln können, dann muß ja Arbeit da sein. Kann jemand anders das jetzt mal fortsetzen? Ich geh nebbich jetzt zum Matratzenhorchdienst. Gute Nacht allerseits
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