Missachtung von Frauenquote Giffey droht Unternehmen mit Sanktionen

Wenn es um die Beförderung von Frauen geht, bewegen sich Unternehmen laut einer Umfrage nur, wenn ihnen Strafen drohen. Können sie haben, sagt Familienministerin Giffey.

Familienministerin Franziska Giffey
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Familienministerin Franziska Giffey


Viele Unternehmen scheren sich nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey nicht um die gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote. 81 Prozent der betroffenen Unternehmen hätten zu Fragen nach ihrer Zielsetzung, was den Anteil von Frauen auf Vorstandsebene betreffe, entweder keine Angaben gemacht oder "null" gemeldet, sagte die SPD-Politikerin dem "Handelsblatt" anlässlich des Weltfrauentages. Nötig sei mehr Druck.

"Das heißt auch angemessene Sanktionen, die nicht nur symbolischen Charakter haben. Von allein bewegt sich zu wenig", sagte Giffey. Sie kritisierte, viele Unternehmen seien "nicht ambitioniert genug, wenn es darum geht, Frauen in Führungspositionen zu bringen".

Seit Anfang 2016 müssen die etwa hundert größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. Das Gesetz schreibt für zahlreiche weitere Firmen vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und anderen Führungsgremien zu geben.

Bußgelder, falls Unternehmen kein Ziel festlegen

Diese Unternehmen will Giffey nun stärker unter Druck setzen. So plant sie Bußgelder, falls die Firmen kein Ziel festlegen oder unbegründet die Zielgröße "null" nennen. Zudem verlangte die Ministerin Bewegung von CDU und CSU. "Ich würde mir auch über den Koalitionsvertrag hinaus Maßnahmen wünschen, die dazu beitragen, den Frauenanteil in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft zu erhöhen", sagte Giffey. "Reine Männerklubs sind nämlich einfach nicht mehr zeitgemäß." Eine Frauenquote für Vorstände gibt es bisher nicht.

Die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar) forderte deutlichere Strafen. Die Namen der Unternehmen sollten veröffentlicht werden, Bußgelder im Geschäftsbericht genannt werden müssen, forderte Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow im "Handelsblatt".

mik/dpa-AFX



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