Einkommensvergleich Frauen leben häufiger von eigener Erwerbsarbeit

Immer mehr Frauen verdienen ihren Lebensunterhalt selbst. Vor allem Ältere sind zunehmend finanziell unabhängig - bei den 55- bis 64-Jährigen stieg ihr Anteil besonders stark.

Arbeitnehmerin (Symbolfoto)
imago/Westend61

Arbeitnehmerin (Symbolfoto)


Die Zeiten, in denen es als normal galt, dass Frauen einen Mann heirateten, zu Hause blieben und fortan finanziell von ihm abhängig waren, sind lange vorbei - und das macht sich auch in der Statistik bemerkbar: Zunehmend mehr Frauen leben von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Auffallend ist, dass die Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Frauen deutlich geschrumpft sind - wobei in beiden Gruppen der Anteil der Frauen gestiegen ist, die sich durch eigene Erwerbsarbeit finanzieren. Bei den 25- bis 54-Jährigen waren es im Jahr 2017 mit 72 Prozent fast drei von vier Frauen. Zehn Jahre zuvor waren es mit 65 Prozent noch sieben Prozentpunkte weniger gewesen.

Bei den 55- bis 64-jährigen Frauen ist der Anteil von 2007 bis 2017 sogar um 21 Prozentpunkte gewachsen - von 36 Prozent auf nun 57 Prozent. Hierzu hat auch der allgemeine Trend einer wesentlich höheren Erwerbsbeteiligung älterer Menschen kurz vor dem Rentenalter beigetragen, der sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu beobachten ist.

In anderen Bereichen kommt es mit der Angleichung von Frauen und Männern im Erwerbsleben hingegen nicht voran. Den Statistikern zufolge verdienen Frauen nach der Geburt eines Kindes im Schnitt deutlich weniger als Väter. Nach dem ersten Kind betrug im Jahr 2014 der durchschnittliche Unterschied zwischen Frauen und Männern 29.000 Euro brutto im Jahr. Diese Differenz verringert sich nach dem zweiten Lebensjahr des Kindes zwar leicht auf 22.000 Euro - nimmt danach aber bis zum 18. Lebensjahr nicht mehr ab.

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Diese erheblichen Verdienstunterschiede von Müttern und Vätern dürften zu einem großen Teil darauf zurückzuführen sein, dass Frauen ihre Arbeitszeit nach der Geburt eines Kindes im Schnitt deutlich reduzieren - während Väter sie im Gegensatz dazu leicht steigern. Oft nennen Betroffene finanzielle Zwänge als Grund für diese Aufteilung.

fdi

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
egonv 06.03.2019
1.
Klingt doch erstmal gut. Offenbar finden ältere Arbeitnehmer/innen auch Arbeit oder können bestehende Verträge erweitern. Komplizierter sieht es mit der geringeren Erwerbsarbeit der Eltern aus. Kinder machen nunmal Arbeit und einer muss weniger arbeiten. Da kann man dran rütteln wie man will, das wird, wenn wir ein würdiges Familienleben für die Kinder wollen, auch so bleiben. Hier einen Vergleich zwischen Vätern und Müttern zu bemühen erscheint mir wenig zielführend. Fakt ist, egal wer auf Teilzeit geht, die Familie hat weniger Einkommen. Dagegen könnte evtl. eine größere (steuerliche) Entlastung von Familien helfen oder mehr Kindergeld. Wobei letzteres auf das Einkommen der Familie gerechnet werden müsste...
m.gu 06.03.2019
2. Trotz dieser Tatsache werden vor allem die Frauen durch die
Politiker unseres Staates finanziell benachteiligt. Die durchschnittliche Neu Renten für Frauen in Deutschland sind nach Angaben der OECD heute nur im Schnitt 590 Euro im Monat, dagegen z.B. in Österreich 1 220 Euro. Siehe Fakt Quelle: "In Sachen Rente steht es zwischen Österreich und Deutschland 4 : 0." Da die Österreicherinnen, wie jeder Bürger Österreichs sogar 14 Monatsrenten im Jahr erhalten (Urlaubs - und Weihnachtsrente) ist der wahre Durchschnitt 1 403 Euro in Österreich, bei uns nur 590 Euro. Bei fast gleichen Lebenshaltungskosten hat die Frau in Österreich ca. 800 Euro im Monat mehr als in Deutschland. Doch das trifft für viele Beispiele in unseren westlichen Nachbarländern zu, siehe Fakt Quelle: " 1 100 Grundrente in Holland seit 2011." Plus Mietzuschuss und Bezahlung der Krankenversicherungsbeiträge bei Anstellung. Im Gegensatz dazu in unserem Land nach Abzug der Miete nur 424 Euro zum Leben, laut Grundsicherung auch für Rentner im reichen Deutschland. Viele 100 000de Frauen in unserem Land suchen demnach nach Möglichkeiten sich selbst, vor allem bei Alleinstehende, und ihre Kinder zu versorgen. In keinem 2. westlichen Nachbarland herrschen heute solche Zustände wie vor allem in Deutschland.
mynonys22 06.03.2019
3. super
doppelte Steuereinnahmen für den Staat, Lebenshaltungskosten sind doppelt so kostspielig wie früher da beide Partner arbeiten müssen um sich ein anständiges Leben zu finanzieren. Da haben die Frauen gerade nochmal so die Kurve bekommen. Endlich muss man sich nicht mehr um die nervigen Kinder kümmern sondern kann diese ganz einfach im Kindergarten abladen. Wie wäre es wenn man Kinder nach der Geburt einfach sofort in ein Erziehungsheim steckt, dann könnten Frauen sogar mehr in Vollzeit arbeiten und der Genderpaygap wäre auch dahin.
ich2010 06.03.2019
4.
Zitat von mynonys22doppelte Steuereinnahmen für den Staat, Lebenshaltungskosten sind doppelt so kostspielig wie früher da beide Partner arbeiten müssen um sich ein anständiges Leben zu finanzieren. Da haben die Frauen gerade nochmal so die Kurve bekommen. Endlich muss man sich nicht mehr um die nervigen Kinder kümmern sondern kann diese ganz einfach im Kindergarten abladen. Wie wäre es wenn man Kinder nach der Geburt einfach sofort in ein Erziehungsheim steckt, dann könnten Frauen sogar mehr in Vollzeit arbeiten und der Genderpaygap wäre auch dahin.
aha. Frauen sind also qua Geschlecht zur Kindererziehung verpflichtet. Was bitte ist das für eine rückständige Denkweise? Auch die Herren der Schöpfung "dürfen" sich gerne an der Erziehung der eigenen Brut beteiligen. Es muss nicht notwendigerweise die Frau nach der Geburt zu Hause bleiben, der Vater kann das genauso!
mynonys22 06.03.2019
5. @4
sind sie wirklich der Meinung dass es der Erziehung, die nun schon seit ein paar wenigen Jahre so statt findet, diesem neuen Schema das in einer Spanne von weniger als einem Jahrhunderd eingeführt wurde nicht schadet? Ich für mich persönlich würde es absolut begrüßen den Hausmann zu machen, dass ist aber nicht mehr möglich siehe ersten Kommentar. Ja ich denke das es eine Rollenteilung geben muss, nur so kann eine Gesellschaft funktionieren. Es wird alles auf die Erzieher/innen abgewälzt, antiautoritäre Erziehung in der die Kinder alles tun und lassen können... Wo soll das nur enden... "idiocrazy" scheint nicht mehr weit zu sein..
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