Quote Frauenanteil in Aufsichtsräten steigt auf 27,5 Prozent

In den gesetzlich verpflichteten Unternehmen ist die Zielmarke von 30 Prozent Frauenanteil fast erreicht. In den Vorständen dagegen finden sich nach wie vor kaum weibliche Führungskräfte.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig

Foto: Bernd von Jutrczenka/ picture alliance / dpa

Der Anteil weiblicher Führungskräfte ist laut einem Bericht von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig deutlich gestiegen. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der gesetzlich zur Quote verpflichteten Unternehmen sei im laufenden Jahr von 23,3 auf 27,5 Prozent geklettert, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Schwesigs Bericht.

"Die Quote wirkt", kommentierte die SPD-Politikerin die Analyse ihres Hauses, die bald dem Bundeskabinett vorgelegt werden soll. Viele Unternehmen hätten den angestrebten Anteil von 30 Prozent weiblichen Führungskräften im Aufsichtsrat bereits erreicht. "Die anderen werden nachziehen", sagte Schwesig.

Das Gesetz für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen war im Mai 2015 war in Kraft getreten. Seit Januar müssen rund 150 große Unternehmen bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat einen Frauenanteil von 30 Prozent erreichen. Wird das nicht erreicht, bleiben die Stühle unbesetzt.

Die Quote gilt für börsennotierte Unternehmen, bei denen der Aufsichtsrat jeweils zur Hälfte mit Vertretern von Anteilseignern und Arbeitnehmern besetzt ist. Für Vorstände gilt sie nicht. Dort liege der Frauenanteil nur bei knapp über fünf Prozent, zitierten die Zeitungen aus dem Regierungsbericht.

In den obersten Bundesbehörden hingegen werde inzwischen fast ein Drittel der Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben von Frauen erfüllt. Im Jahr 2011 hatte dieser Anteil noch bei rund 27 Prozent gelegen.

ssu/AFP/dpa