Freizügigkeit Ökonomen überbieten sich mit Zahlen zur Arbeiterschwemme

Hunderttausende dürften kommen, wenn am 1. Mai der deutsche Jobmarkt für Osteuropäer geöffnet wird. Ökonomen rechnen mit einer Arbeiterschwemme. Manche warnen vor Billiglöhnern aus dem Osten, IW-Chef Hüther dagegen spricht von einer "einmaligen Chance".

Bauarbeiter in Warschau: Kann der Arbeitsmarkt den Zustrom aus Osteuropa verkraften?
REUTERS

Bauarbeiter in Warschau: Kann der Arbeitsmarkt den Zustrom aus Osteuropa verkraften?


Köln/Berlin - Am 1. Mai ist es so weit. Polen, Tschechen und die Einwohner sechs weiterer osteuropäischer Staaten werden es wesentlich leichter haben, in Deutschland einen Job anzunehmen. Mit der sogenannten Arbeitnehmerfreizügigkeit brauchen sie keine spezielle Arbeitserlaubnis mehr.

Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) heute bekanntgab, rechnet es auf Grundlage einer eigenen Studie damit, dass durch die Vereinfachung bis Ende 2012 bis zu 800.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus Osteuropa nach Deutschland kommen werden.

Auch andere Forscher rechnen mit einer wahren Arbeiterschwemme. Ifo-Präsident Hans Werner Sinn prognostiziert: "In der nächsten Dekade kommen Millionen". Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, rechnet mit bis zu 140.000 Zuwanderern pro Jahr, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg wie auch EU-Arbeits- und Sozialkommissar László Andor mit etwa 100.000.

IW-Chef Michael Hüther betonte, dass es für einheimische Arbeitnehmer keinen Grund zur Beunruhigung gebe. Der Arbeitsmarkt könne den Zustrom verkraften, zumal gerade in technischen Berufen Fachkräfte fehlten. Die Öffnung des Arbeitsmarkts gen Osten sei "der richtige Schritt zur richtigen Zeit". Wegen der guten Konjunktur und des demografischen Wandels brauche die Wirtschaft hierzulande zusätzliche Arbeitskräfte. Zudem werde nach der Studie die Zahl der Jobsuchenden aus Osteuropa in den Folgejahren wieder deutlich sinken.

Auch die Bundesagentur für Arbeit erwartet durch die Freizügigkeit für osteuropäische Arbeitskräfte positive Impulse für die deutsche Wirtschaft.

Gute Bezahlung und viele offene Stellen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sei gerade Deutschland für viele Osteuropäer zur Jobsuche besonders attraktiv. Die vergleichsweise gute Bezahlung und viele offene Stellen würden eine Sogwirkung ausüben.

Das deutsche Verdienstniveau lag nach Angaben der Statistiker im Jahr 2008 im EU-Vergleich auf Platz fünf - hinter Dänemark, Luxemburg, die Niederlande und Großbritannien. Arbeitnehmer in den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen verdienten 2008 im Schnitt nur ein Drittel des deutschen Niveaus. Das Nachbarland Polen kam auf 44 Prozent.

Auch die im EU-Vergleich relativ niedrige Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent im Jahr 2010 und der Fachkräftemangel machten Deutschland attraktiv. So lag die Erwerbslosenquote im vergangenen Jahr in den drei baltischen Staaten zwischen 16,9 und 18,7 Prozent - und damit mehr als doppelt so hoch wie hierzulande.

seh/dapd/dpa



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Berta, 26.04.2011
1. Märchenstunde
Zitat von sysopHunderttausende dürften kommen, wenn am 1. Mai der deutsche Jobmarkt für Osteuropäer geöffnet wird. Ökonomen rechnen mit einer Arbeiterschwemme. Manche warnen vor Billiglöhnern aus dem Osten,*IW-Chef Hüther*dagegen spricht von einer*"einmaligen Chance". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,759080,00.html
die suchen doch nur N**** in der deutschen Wirtschaft.
bunterepublik 26.04.2011
2. mal sehen
Zitat von sysopHunderttausende dürften kommen, wenn am 1. Mai der deutsche Jobmarkt für Osteuropäer geöffnet wird. Ökonomen rechnen mit einer Arbeiterschwemme. Manche warnen vor Billiglöhnern aus dem Osten,*IW-Chef Hüther*dagegen spricht von einer*"einmaligen Chance". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,759080,00.html
ISt ja eine schöne Bescherung...und mit Angst kann man Auflage machen...
zauberer1, 26.04.2011
3. Halluzinationen
Zitat von sysopHunderttausende dürften kommen, wenn am 1. Mai der deutsche Jobmarkt für Osteuropäer geöffnet wird. Ökonomen rechnen mit einer Arbeiterschwemme. Manche warnen vor Billiglöhnern aus dem Osten,*IW-Chef Hüther*dagegen spricht von einer*"einmaligen Chance". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,759080,00.html
....alle überbieten sich mit Prognosen, jeder gibt seinen Senf dazu.^^ Ganz schnell jedoch wird man das "dicke Ende" erkennen und man darf schon gespannt sein welchen Senf unsere Arbeitsministerin vdL dann absondert...
zauberer1, 26.04.2011
4. Halluzinationen
Zitat von sysopHunderttausende dürften kommen, wenn am 1. Mai der deutsche Jobmarkt für Osteuropäer geöffnet wird. Ökonomen rechnen mit einer Arbeiterschwemme. Manche warnen vor Billiglöhnern aus dem Osten,*IW-Chef Hüther*dagegen spricht von einer*"einmaligen Chance". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,759080,00.html
....alle überbieten sich mit Prognosen, jeder gibt seinen Senf dazu.^^ Ganz schnell jedoch wird man das "dicke Ende" erkennen und man darf schon gespannt sein welchen Senf unsere Arbeitsministerin vdL dann absondert...
WolArn 26.04.2011
5. Ich verstehe das alles nicht,
...wo wir doch soviel Arbeitslose haben?!
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