Frist bis Juni US-Notenbank will Dollar-Schwemme beenden

Die US-Notenbank pumpt weiter Geld in die Märkte - zumindest noch zwei Monate. Dann will Fed-Chef Bernanke sein Programm zum Kauf von Staatsanleihen auslaufen lassen. Auch den Leitzins lässt die Zentralbank auf dem tiefstmöglichen Niveau - zwischen 0 und 0,25 Prozent.

Fed-Chef Bernanke: Erste Pressekonferenz direkt nach einer Sitzung
REUTERS

Fed-Chef Bernanke: Erste Pressekonferenz direkt nach einer Sitzung


Washington - Ben Bernanke hält sich an den Zeitplan: Der US-Notenbankchef will sein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen wie geplant im Juni beenden. Dies signalisierte die Fed am Mittwoch in Washington. Das im vergangenen November verkündete Programm soll die schwächelnde Konjunktur ankurbeln und umfasst 600 Milliarden Dollar.

Die quantitativen Lockerung funktioniert so: Die Notenbank kauft amerikanische Staatsanleihen und verbriefte Hypothekendarlehen. So schleuste sie bereits 2,35 Billionen Dollar frisch gedrucktes Geld auf den Markt.

Doch die laxe Geldpolitik birgt Risiken: Mehr Geld bedeutet immer auch mehr Inflation - also steigende Preise für die Verbraucher. Und wenn der Dollar Chart zeigenimmer schneller an Wert einbüßt, könnte die Welt das Vertrauen in die Leitwährung verlieren. Wenn Länder wie China ihre gigantischen Währungsreserven auf den Markt werfen würden, droht fast zwangsläufig ein Dollar-Crash - und die nächste Weltwirtschaftskrise.

Ungeachtet der Zinswende in Europa hält Bernanke jedoch an seiner ultralockeren Geldpolitik fest. Die Zentralbanker beschlossen am Mittwoch, den Zins nahe Null zu belassen. Mit einer Anhebung rechnen Experten frühestens 2012. Die wirtschaftliche Erholung setze sich mit moderatem Tempo fort, sagen die Notenbanker, die Bedingungen am Arbeitsmarkt besserten sich schrittweise.

Medientraining und Tipps von EZB-Chef Trichet

Kritik, die Inflation nicht stärker zu bekämpfen, weisen die Zentralbanker zurück. Die höheren Preise für Energie und Rohstoffe hätten die Teuerungsrate nach oben getrieben, doch dieser Effekt sei nicht von Dauer.

Details zu dem Zinsbeschluss will Bernanke noch am Mittwoch bei der ersten Pressekonferenz in der 97-jährigen Geschichte der Fed vor Journalisten erläutern. Es ist eine Premiere für den Chef der Federal Reserve. Noch nie zuvor hat sich der Fed-Chef in einer Pressekonferenz geäußert, unmittelbar nach einer Sitzung des Leitungsgremiums der Notenbank. Der Druck auf Bernanke ist gewaltig.

Um einen möglichen Fauxpas zu vermeiden, hat er sich jedoch gewissenhaft vorbereitet: Er hat ein Medientraining absolviert, sich Videos von europäischen Kollegen angeschaut - und diese nach ihren Erfahrungen mit Journalisten ausgefragt. So geschehen bei einem Treffen vor zwei Monaten, als Bernanke den EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet und den britischen Notenbankchef Mervyn King zur Seite nahm.

cte/Reuters/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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wahrheiten 27.04.2011
1. FED Entscheidung
Unabhängig davon, für welchen Weg sich Bernanke entscheidet, das drohende Ende der US$ Hegemonie wird er nicht aufhalten können. Eine entsprechende Debatte, die sich durachaus auch kontrovers entwickeln kann, wurde mit dieser fulminanten Trend-Analyse angestossen: http://www.fortunanetz.de/kbeobacht/2011/April/Apr25.php
lalito 27.04.2011
2. Silber ist Gold das weiß glänzt.
Der Zehnjahreschart des Silbers zeigt deutlich den Wert des bedruckten Papiers, ob Euro oder Doller ist fast wurscht, oder wird wieder mit Filmen fotografiert? Das ist ein Run, ein Hype und jeder kann es sich an seinen Fingern abzählen warum das so ist - ausgezockt hat die Bande mit den Druckerpressen, denen glaubt man nicht mehr.
burninghands, 27.04.2011
3. Bernanke spricht - mit brechender, zitterernder Stimme -
und gleich kommt die Pressekonferenz. http://www.zerohedge.com/article/watch-todays-215-pm-fomc-press-conference-live-and-interruption-free-here
Dreirund 27.04.2011
4. US-Notenbank
Die Dollarschwemme lässt das Vertrauen in die Währung schwinden. Utah hat Gold und Silber als offizielles Zahlungsmittel zugelassen, andere US Bundesstaaten wollen dem Beispiel folgen. Die Silber und Goldpreise sprechen eine eindeutige Sprache.
kimba2010 28.04.2011
5. ...
Wer soll den US Ramschanleihen denn kaufen, wenn die FED das nicht mehr zu 80% tut? Die Chinesen stossen gerade US Bonds ab. Dann sind die USA schneller bankrott als Griechenland. Nein, die USA können nur bis zur Hyperinflation Dollars weiterdrucken oder direkt den Bankrott erklären. Bankrott sind sie aber, da geht kein Weg dran vorbei.
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