Informationsaustausch Fünf EU-Staaten forcieren Kampf gegen Steuerbetrug

Deutschland und vier große EU-Partner wollen härter gegen Steuerbetrug vorgehen. Das haben die Länder in einem Brief an die EU-Kommission klargemacht. Ziel sei ein erweiterter automatischer Informationsaustausch.

Finanzminister Schäuble: Erweiterter automatischer Informationsaustausch als Standard
dapd

Finanzminister Schäuble: Erweiterter automatischer Informationsaustausch als Standard


Berlin - Deutschland verschärft den Kampf gegen Steuerbetrug. In einem ersten Schritt vereinbarten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Amtskollegen aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, den automatischen Informationsaustausch zu Kapitaleinkünften über die EU-Zinsrichtlinie hinaus zu erweitern. Wie das Finanzministerium weiter mitteilte, werden die fünf Staaten dazu ein Pilotprojekt auf den Weg bringen. Nähere Details dazu wurden zunächst nicht genannt.

In einem gemeinsamen Brief an die EU-Kommission äußerten die fünf Minister zudem die Erwartung, dass sich weitere EU-Staaten anschließen. Ziel sei ein erweiterter automatischer Informationsaustausch als neuer Standard in der EU. Auch müsse der Revisionsvorschlag zur EU-Zinsrichtlinie bald verabschiedet werden.

In der EU liefern die meisten Länder deutschen Steuerbehörden automatisch Informationen über Zinseinkünfte von Bundesbürgern in ihren Ländern. Luxemburg und Österreich setzten Ausnahmen durch.

Ende Februar hatten Deutschland und die USA ein Abkommen zur Förderung der Steuerehrlichkeit bei grenzüberschreitenden Transfers unterzeichnet. Es beruht auf dem zusammen mit Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien mit den USA ausgehandelten Modell. Deutschland verpflichtet sich, von hier ansässigen Finanzinstituten Informationen über von US-Kunden geführte Konten zu erheben und der US-Behörde zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug verpflichteten sich die USA, deutschen Steuerbehörden Informationen über Zins- und Dividendeneinkünfte zur Verfügung zu stellen.

Die USA verpflichten sich den Angaben zufolge zudem, alle in Deutschland ansässigen Finanzinstitute von der Pflicht auszunehmen, mit der US-Steuerbehörde Vereinbarungen abschließen zu müssen, um in den USA Quellensteuern unter dem "FATCA-Gesetz" zu vermeiden. Mit dem Gesetz ("Foreign Account Tax Compliance Act/FATCA") vom März 2010 nimmt der amerikanische Fiskus Steuerbetrüger weltweit ins Visier.

cte/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
Nekromant 09.04.2013
1. .....
Zitat von sysopdapdDeutschland und vier große EU-Partner wollen härter gegen Steuerbetrug vorgehen. Das haben die Länder in einem Brief an die EU-Kommission klargemacht. Ziel sei ein erweiterter automatischer Informationsaustausch in der EU. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fuenf-eu-staaten-forcieren-kampf-gegen-steuerbetrug-a-893449.html
Eigentlich müssten die Politiker auch gegen ihre eigene kaste vorgehen. Die Versenkung von 2-3stelligen Milliarden in maroden Banken und Staaten, sind Steuerbetrag in ganz besonders schwerem Falle.
Zündkerze 09.04.2013
2. Guten Morgen liebe Schnarchnasen
Es ist ja nicht so als ob etliche Politmagazine in den letzten Jahren immer wieder auf die Praktiken des Steuerbetruges aufmerksam gemacht haben. Nichts wurde seiten der Politik unternommen, im Gegenteil, man hat Steuerbetrüger regelrecht in Schutz genommen. Und jetzt plötzlich wacht der Vater der Steuergerechtigkeit Herr Schäuble auf und verkündet große Worte. Mal wieder bekommt man den Eindruck die Politik nimmt sich unliebsamen Themen erst dann an wenn es nichts mehr zu vertuschen und zu leugnen gibt.
Hundefuerst 09.04.2013
3. "Luxemburg und Österreich setzten Ausnahmen durch."
Und damit muss endlich Schluss sein! Ich bin Österreicher. Und so wie vielen anderen Österreichern - man schaue sich in Online-Foren um > derStandard.at - Nachrichten in Echtzeit (http://derstandard.at/) - ist mir das parasitäre Geschäftsmodell des Heimatlandes zuwider. Dessen kann man sich wirklich nur schämen. Bitte nicht locker lassen! liebe Freunde aus Deutschland und der Europäischen Union.
happy2010 09.04.2013
4.
Zitat von NekromantEigentlich müssten die Politiker auch gegen ihre eigene kaste vorgehen. Die Versenkung von 2-3stelligen Milliarden in maroden Banken und Staaten, sind Steuerbetrag in ganz besonders schwerem Falle.
Sie scheinen nicht zu wissen was Steuerbetrug darstellt
Badischer Revoluzzer 09.04.2013
5. Fünf Staaten forcieren den Kampf
gegen Steuerbetrug. Ich frage mich, weshalb erst jetzt, ich habe Phantasie und will es lieber nicht genau wissen. Ich könnte sonst den Glauben an unser westliches System und unsere Kultur verlieren.
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