Fusionspläne Regierung erhöht Druck auf Landesbanken

Finanzminister Schäuble treibt eine Fusion der finanziell angeschlagenen Landesbanken voran: Laut "Financial Times Deutschland" soll noch in den kommenden Tagen über Möglichkeiten zur Zusammenlegung der Institute diskutiert werden.

Zentrale der HSH Nordbank: Zahl der selbständigen Landesbanken verringern
ddp

Zentrale der HSH Nordbank: Zahl der selbständigen Landesbanken verringern


Berlin - Die Bundesregierung will einen neuen Anlauf zum Umbau der Landesbanken unternehmen. In Kreisen der Länder-Finanzminister wurde am Mittwoch bestätigt, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen entsprechenden Vorstoß plant. Laut "Financial Times Deutschland" (FTD) will Schäuble in den kommenden Tagen mit seinen Länderkollegen Fusionsmöglichkeiten der Institute erörtern.

Einen endgültigen Termin für das Treffen gebe es aber noch nicht, hieß es in den Kreisen. Auch sei noch unklar, auf welcher Ebene das Treffen stattfinden solle.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) unterstützt die Bemühungen. "Ich begrüße ein solches angekündigtes Treffen und jede Anstrengung zur Konsolidierung der Landesbanken", ließ er am Mittwoch über eine Sprecherin in Düsseldorf erklären.

Die Mehrzahl der Landesbanken war durch die Finanzkrise schwer getroffen worden, teils mussten sie mit Milliarden an Steuergeldern gestützt werden. Mehrere Anläufe für eine Konsolidierung waren bisher ohne echten Erfolg geblieben. Hintergrund für die Fusionspläne dürften auch die schärferen Eigenkapitalregeln ("Basel III") sein.

Laut "FTD" gab es bereits ein erstes Vorbereitungstreffen, die Einladung sei aber wegen der Einigung über Basel III verschoben worden. Auch das "Handelsblatt" berichtete über die Pläne. In der Bundesregierung sei man sich einig, dass die Zahl der derzeit acht selbständigen Landesbanken verringert werden müsse. Längst nicht alle verfügten über tragfähige Geschäftsmodelle.

Strenge EU-Auflagen für die WestLB

Im Mittelpunkt der Überlegungen zu größeren Einheiten stehe die WestLB, bei der der Bund mit einer stillen Einlage von drei Milliarden Euro eingestiegen ist. Die EU hatte die Beihilfen zur Rettung der Bank unter der Auflage genehmigt, dass sie bis 2011 verkauft oder fusioniert wird. Auch die BayernLB und HSH Nordbank hatten umfangreiche Staatshilfen erhalten, sind aber bisher noch nicht von ähnlichen Auflagen durch die EU betroffen.

jok/dpa-AFX



insgesamt 2 Beiträge
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moonman 15.09.2010
1. Finanz-Müll-Fusion?
Was ist Druck für eine Landesbank? Wie wird der Druck erzeugt um eine Fusion zu erzeugen? Bislang müssen und mußten diese Finanzmüllhalden regelmäßig mit Steuergeldern bewässert werden um sie an der Selbstentzündung zu hindern, damit wird gewährleistet dass der Unrat langsam verrottet. Trifft übrigens für die jetzt staatliche HRE auch zu. Was sollte sich bei einer Fusion ändern, außer dass aus kleineren Müllbergen ein Großer wird. Man könnte ja probeweise auch mal eine Landesbank pleite gehen lassen nur um zu gucken was passiert. Zumindest kommt dann kein Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung von irgendwelchen europäischen Sittenwächterinstitutionen.
rabenkrähe 15.09.2010
2. Länder werden was husten
Zitat von sysopFinanzminister Schäuble treibt eine Fusion der finanziell angeschlagenen Landesbanken voran: Laut "Financial Times Deutschland" soll noch in den kommenden Tagen über Möglichkeiten zur Zusammenlegung der Institute diskutiert werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,717661,00.html
..... Die Länder haben unter der Tigerenten-Bundespolitik genug zu leiden, sie werden sich ihr Spielzeug und ihre Einnahmequelle (in guten Zeiten) Landesbanken mit Sicherheit nicht nehmen lassen. rabenkrähe
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