G20-Gipfel in Brisbane 150.000 australische Dollar für einen Konferenztisch

Ein Luxusresort in der Bucht von Acapulco, Zehntausende australische Dollar für einen Tisch: Die Kosten des G20-Gipfels in Australien werden zum Politikum - Premier Abbot gerät in die Kritik.

Premier Abbott: Ärger wegen G20-Kosten
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Premier Abbott: Ärger wegen G20-Kosten


Hamburg - Der G20-Gipfel dürfte für Zulieferer ein gutes Geschäft werden, ein sehr gutes sogar. Aufgrund der immensen Kosten der Tagung gerät Australiens Regierung Zeitungsberichten zufolge jetzt zunehmend unter Druck.

Kritiker in Australien nehmen besonders an einem Posten des G20-Gipfels Anstoß, berichtet der "Sydney Morning Herald". Für eine Energiekonferenz im Vorfeld des G20-Gipfels wählten die Australier ausgerechnet das Luxusressort Fairmont Pierre Marques in der Bucht von Acapulco in Mexiko: 45.000 Dollar kostete es, ausgesuchte Energiefachleute dort einen Tag lang über Nachhaltigkeit diskutieren zu lassen. Dabei sei das Treffen nicht einmal als wichtig genug eingestuft worden, um auf der Liste der mehr als 60 offiziellen Veranstaltungen des Gipfels aufgeführt zu werden, schreibt die Zeitung.

Australiens Regierung rechtfertigt den Schritt damit, die Tagung habe im Anschluss einer großen Konferenz der Branche stattgefunden. Aber dem Bericht zufolge moniert die australische Opposition, das Treffen in Mexiko sei eine jener dreisten Kostenpunkte, die die Regierungskoalition eigentlich habe streichen wollen. Insbesondere in einem Jahr, in dem die Arbeitslosigkeit in Australien ein Rekordniveau erreicht habe.

Dabei wollte der australische Premier Tony Abbott in der Debatte eigentlich die Wogen glätten. Vollmundig hatte er angekündigt, "frivole" Ausgaben zu streichen. Prompt seien die sonst üblichen Taschen mit Dokumenten für die Teilnehmer gestrichen. Die eingesparte Summe beträgt immerhin 40.000 australische Dollar (rund 27.800 Euro).

Doch die Kritik ebbt nicht ab. Denn anderweitig wird viel Geld investiert - zu viel, finden die Australier, deren Regierung gleichzeitig kräftig bei den Sozialausgaben spart. Offenbar kostet es allein 150.000 australische Dollar, den Konferenztisch durch Australien bis nach Brisbane zu bringen. Und da der Tisch für alle Delegierten nicht ausreicht, müsse er für zusätzliche 36.000 Dollar vergrößert werden - damit acht zusätzliche Gesandte Platz finden. Nicht zu vergessen die 68.000 Dollar für die Stühle der Delegierten, schreibt der "Sydney Morning Herald".

Die Australier lassen es sich also einiges kosten, dass beim G20-Gipfel alles läuft. Davon profitiert der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") zufolge auch der Deutsche-Bahn-Logistiker Schenker. Das Unternehmen solle dafür sorgen, dass beim Transportgeschäft rund um die Tagung der führenden Wirtschaftsnationen alles glattläuft. Der Auftrag: Koffer aus 36 Regierungsmaschinen müssen schnell und verlässlich dort ankommen, wo sie hin sollen. Während sich die Lokomotivführer in Deutschland zu den Buhmännern der Nation gestreikt hätten, verdienten andere Teile des Konzerns richtig Geld, folgert die "FAZ". Der Streit um diese Ausgaben wird allerdings nicht hierzulande, sondern down under geführt.

bos/som



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
paul-48 11.11.2014
1. Sinnloser Luxusurlaub auf Stattskosten......
nicht mehr und nicht weniger!
alexxa2 11.11.2014
2. Wie viele Kinder
kann man mit 120.000 satt bekommen ?
ein-berliner 11.11.2014
3. Schon mal darüber nachgedacht?
Zitat von alexxa2kann man mit 120.000 satt bekommen ?
Wieviel immer wieder hungernde Kinder kann man damit nachhaltig, will sagen, von Anfang an verhindern? Ist wohl sinnvoller als dauerhaft nachlegen.
sylkeheimlich 11.11.2014
4.
Ach naja, das sind ja noch nicht mal 84.000 € fuer den Tisch. Da muss man sich nun wirklich nicht aufregen! Hauptsache ist doch, dass alle bequem sitzen, wenn sie für uns Entscheidungen treffen. Ist doch egal was das kostet und ob nun ein Kind mehr oder weniger stirbt, macht den Braten nun auch nicht fetter. So sind sie halt unsere Regierenden. Die bezahlen ja nicht selber.
Grafsteiner 11.11.2014
5. Nicht klaren Hauptes
Offenbar halten auch die Menschen, die näher an diesem Premierminister Abottle dran sind, den für nicht ganz klaren Hauptes. Externe oder interne Ursachen?
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