Klimaprotest in NRW Polizei räumt besetzten Tagebau Garzweiler

Die Polizei greift durch: Nach einem Tag Besetzung sind Hunderte Demonstranten aus dem Braunkohletagebau Garzweiler gebracht worden. Bahngleise zu einem Kraftwerk werden von Aktivisten aber weiterhin blockiert.

Polizisten im Tagebau am Samstag
Thilo Schmuelgen/ REUTERS

Polizisten im Tagebau am Samstag


Mehrere Hundert Klimaschutz-Aktivisten hatten am Samstagnachmittag die Absperrungen durchbrochen: Einen Tag später hat die Polizei den Braunkohletagebau Garzweiler bei Aachen nach eigenen Angaben wieder geräumt. Die Besetzung der Grube sei zwischen zehn und elf Uhr beendet worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Alle Demonstranten, die das Gelände am Samstag gestürmt hatten, seien mittlerweile herausgetragen worden oder freiwillig gegangen, sagte die Polizeisprecherin. Eine Sprecherin der Organisation "Ende Gelände" sagte dagegen, an schwer zugänglichen Stellen im Tagebaugelände hielten sich noch Demonstranten auf, ihre Zahl liege im "niedrigen zweistelligen Bereich".

Die Bahnstrecke zwischen den Braunkohlekraftwerken Neurath und Niederaußem ist allerdings immer noch von etwa 800 Demonstranten blockiert. Die Polizei berät nach eigenen Angaben mit der Staatsanwaltschaft derzeit das weitere Vorgehen gegen die Aktivisten. Im Laufe des Tages rechnen die Einsatzkräfte noch mit weiteren Aktionen. "Auszuschließen ist das nicht. Die Einsatzkräfte bleiben in Bereitschaft", hieß es seitens der Polizei.

Video: "Ende Gelände"-Aktivisten stürmen Tagebau

Marcel Kusch/ DPA

Die Aktivisten fordern einen schnellen Stopp der Braunkohleförderung. Am Freitag hatte es eine von der Bewegung "Fridays for Future" organisierte Demonstration in Aachen mit 40.000 Teilnehmern gegeben. Die Schülerbewegung demonstrierte weitestgehend friedlich. Ob sich ein Teil dieser Demonstranten trotz aller Warnungen auch den Aktionen der Aktivisten von "Ende Gelände" angeschlossen hat, ist unklar.

Bahngleise bei Neurath: Am Sonntag weiterhin besetzt
DPA

Bahngleise bei Neurath: Am Sonntag weiterhin besetzt

Bei der Räumung des Tagebaus war die Polizei auf teils heftigen Widerstand gestoßen. Laut Polizei wurden dabei mindestens acht Polizisten verletzt. Auch auf Seiten der Demonstranten gab es laut der Sprecherin von Ende Gelände mehrere Verletzte, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die Polizei habe Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt, "das war schon sehr unschön". Die genaue Zahl der Verletzten auf Seiten der Demonstranten ist unklar.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht: Grenzgänger - Wie weit darf Protest gehen?

Im rheinischen Braunkohlerevier hatten am Samstag rund zehntausend Menschen für einen raschen Kohleausstieg demonstriert. An einer Kundgebung im Ort Keyenberg, der dem Tagebau weichen soll, nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 8000 Menschen teil.

Aktivisten werden weggetragen:
SASCHA STEINBACH/ EPA-EFE/ REX

Aktivisten werden weggetragen:

Die Demonstranten fordern einen schnellen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung. Die von der Regierung eingesetzte Kohlekommission einigte sich auf das Jahr 2038.

apr/AFP/dpa

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harald441 23.06.2019
1. War ja abzusehen!
Zuerst gegen die Kernkraftwerke, danach gegen die Steinkohle, im weiteren gegen die Braunkohle und die Gaskraftwerke und gegen die Autos im allgemeinen und überhaupt. Das ist eine direkte Folge, daß Frau Merkel seinerzeit aus Bequemlichkeit der Erpressung "der Straße" nachgegeben hatte, denn wie jeder weiß, zieht eine erfolgreiche Erpressung weitere Erpressungsversuche nach sich. Das sind Landfriedensbrecher und Straßenkriminelle, da akann unsere Presse diese noch so verniedlichend als Klimakativisten titulieren.
EinMüllergehtNoch 23.06.2019
2. Moment mal, so gehts ja nicht,
immerhin sind das ja unserer süssen #fridaysforfuture kiddies, die von unserer coolen Kanzlerin so gehätschelt werden, die kann man doch nicht so hart rannehmen, hernach sind die dann noch lebenslang traumatisiert, also habt euch mal nicht so mit der kieshalde und gebt den kindern das kommando !
berther 23.06.2019
3. Liebes SPON-Forum
..könnt ihr mal bitte damit aufhören, junge Kriminelle, die Haus-und Landfriedensbruch begehen, Hausbesetzungen vornehmen und Polizisten im Dienst gefährden und verletzen hochtrabend und süffisant als "Aktivisten" zu bezeichnen und in euch bei der Links-grün-Politik anbietender Weise auch noch zu loben und sie als Vorbilder darzustellen ! Der dank im Voraus von allen anständigen Bürgern Deutschlands, die sich an in demokratischer Weise geschlossene Gesetze halten und sie respektiern ohne wie wildgewordene Zombies Straftaten zu begehen, und darauf dank des Lobs der Medien wie der euren auch noch stolz sind.
three-horses 23.06.2019
4. Bis zum letzten Stein.
Zitat von berther..könnt ihr mal bitte damit aufhören, junge Kriminelle, die Haus-und Landfriedensbruch begehen, Hausbesetzungen vornehmen und Polizisten im Dienst gefährden und verletzen hochtrabend und süffisant als "Aktivisten" zu bezeichnen und in euch bei der Links-grün-Politik anbietender Weise auch noch zu loben und sie als Vorbilder darzustellen ! Der dank im Voraus von allen anständigen Bürgern Deutschlands, die sich an in demokratischer Weise geschlossene Gesetze halten und sie respektiern ohne wie wildgewordene Zombies Straftaten zu begehen, und darauf dank des Lobs der Medien wie der euren auch noch stolz sind.
"anständigen Bürgern Deutschlands"...das könnte jäh zu Ende gehen, wenn einem dann das Wasser bis über die Ohren steht. Wir wohnen hier etwas hügelig und treffen die ersten Maßnahmen wenn es los geht. Pech und Schwefel auf 100 Grad und einiges noch dazu. Alles in Keller gut sortiert. Willkommen dann in der Hölle.
dreg2 23.06.2019
5. hm
Ich lese hauptsächlich von Demonstranten und Aktivisten ausser der Sprecherin. Gibt es da keine Frauenquote
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