Knapper Rohstoff EU-Kommission will Gas-Notfallplan verlängern

Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU sollen länger Gas sparen als geplant. Laut Energiekommissarin Kadri Simson ist die Versorgungslage noch zu angespannt, um den Notfallplan wie geplant auszusetzen.
Pipelines von Gazprom: Angespannte Versorgungslage

Pipelines von Gazprom: Angespannte Versorgungslage

Foto: Kirill Kukhmar / ITAR-TASS / IMAGO

Der europäische Gas-Notfallplan soll nach dem Willen der EU-Kommission um ein Jahr verlängert werden. »Wir haben gute Fortschritte bei der Diversifizierung der Versorgung gemacht und unsere Abhängigkeit von Russland verringert«, sagte Energiekommissarin Kadri Simson. »Aber die globalen Gasmärkte dürften in den kommenden Monaten angespannt bleiben.«

Ein weiteres Senken der Gasnachfrage werde die Vorbereitung auf den nächsten Winter sicherstellen. Zudem werde damit das Ziel, die Gasspeicher bis zum 1. November zu 90 Prozent zu füllen, leichter erreicht. Simson zähle auf die Unterstützung der Mitgliedstaaten.

Der Gas-Notfallplan war vor dem Hintergrund eines möglichen Stopps russischer Gaslieferungen im vergangenen August in Kraft getreten und sollte ursprünglich bis Ende März gelten. Er sieht vor, dass alle EU-Länder ihren Gasverbrauch freiwillig um 15 Prozent senken, verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen fünf Jahre. Kommissionsangaben zufolge sank die Gasnachfrage in der EU zwischen August und Januar sogar um mehr als 19 Prozent – rund 42 Milliarden Kubikmeter seien eingespart worden.

Die Behörde schlägt nun vor, die Gasnachfrage weiterhin bis März 2024 um 15 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus sollen die Länder nach den Vorstellungen der Behörde monatlich über die erzielten Einsparungen berichten statt alle zwei Monate. Der Vorschlag soll von den Energieministerinnen und -ministern der Länder bei ihrem nächsten Treffen am 28. März besprochen werden.

ssu/dpa-AFX
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