Gasleitung South Stream Türkei genehmigt russische Mega-Pipeline

Im Pipeline-Wettrennen mit dem EU-Projekt Nabucco hat Russland wieder die Nase vorn: Die Türkei hat dem russischen Energiekonzern Gazprom erlaubt, die Erdgasleitung South Stream durchs Schwarze Meer zu legen - im Tausch gegen langfristige Gaslieferungen.
Türkischer Energieminister Yildiz und Gazprom-Chef Miller: Großer Fortschritt für das Projekt

Türkischer Energieminister Yildiz und Gazprom-Chef Miller: Großer Fortschritt für das Projekt

Foto: YANA LAPIKOVA/ AFP

Moskau/Ankara - Der Deal gilt als großer Fortschritt für das Projekt: Die Türkei und Russland haben sich über die Baugenehmigung für die South-Stream-Pipeline geeinigt. Die 15 Milliarden Euro teure Rohrleitung soll Ende 2015 in Betrieb gehen und russisches Erdgas nach Europa transportieren. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin bedankte sich für die Genehmigung, nachdem Vertreter des russischen Energiekonzerns Gazprom die Übereinkunft mit dem türkischen Energieminister unterzeichnet hatten.

"Die Baugenehmigung ist der ernsthafteste Beweis, dass das Projekt strikt nach Zeitplan gebaut wird", sagte Gazprom  -Chef Alexej Miller. Der erste Leitungsstrang solle bis Ende Dezember 2015 fertig sein, dann seien auch die ersten Lieferungen geplant, sagte Miller. Im Gegenzug sicherte Russland der Türkei langfristige Gaslieferungen bis 2025 zu. "Wie immer in solchen Fällen ist die finale Übereinkunft das Ergebnis eines Kompromisses, der für beide Seiten akzeptabel und von Vorteil ist", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge.

Jetzt hängt der South-Stream-Bau nur noch von der Zustimmung der Ukraine ab. Gerade die frühere Sowjetrepublik wehrt sich aber gegen das Vorhaben, denn Russland will mit der Pipeline gerade unsichere Transitländer wie die Ukraine umgehen. Kiew wünscht sich, dass die Pipeline quer über ukrainisches Festland gelegt wird, um weiter Transitgebühren kassieren zu können. Außerdem verlangt die finanziell angeschlagene Ukraine niedrigere Preise für russische Gaslieferungen.

South Stream konkurriert mit der Nabucco-Pipeline, die von der Europäischen Union unterstützt wird und deren Anteilseigner vom früheren Bundesaußenminister Joschka Fischer beraten werden.

nck/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.