Liefergarantie bis März 2016 Russland und Ukraine einigen sich im Gasstreit

Der Winter kommt - und gerade rechtzeitig haben sich Russland und die Ukraine im Gasstreit geeinigt. Die Europäische Union hat den Deal vermittelt, auch aus Eigeninteresse.

Der Hahn geht wieder auf: Moskau und Kiew haben sich geeinigt
AFP

Der Hahn geht wieder auf: Moskau und Kiew haben sich geeinigt


Russland hat sich mit der Ukraine auf die Gasversorgung im Winter geeinigt. Die von der EU vermittelte Vereinbarung sichere dem Land Gaslieferungen bis März 2016 zu, teilte der für Energiefragen zuständige EU-Kommissions-Vizepräsident Maros Sefcovic nach fünfstündigen Verhandlungen in Brüssel mit.

Für eine Unterzeichnung des Abkommens seien aber noch getrennte Verfahren nötig. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte, der Deal sichere auch den ungehinderten Gas-Transit in die EU. Der immer wieder aufflammende Streit über Gaspreise zwischen den beiden Ländern hatte wiederholt Sorgen geschürt, dass es bei den Lieferungen in die EU zu Unterbrechungen kommt.

Die Ukraine steht wegen Misswirtschaft, Korruption und eines Konflikts mit prorussischen Separatisten im Osten am Rande eines Staatsbankrotts. Sie wirft Russland vor, Gaslieferungen in der Ukrainekrise als politisches Druckmittel einzusetzen.

Die Gasverhandlungen werden im Westen aufmerksam verfolgt, da die Ukraine ein wichtiges Transitland für Gaslieferungen in die Europäische Union ist.

Die Ukraine versucht seit Jahren, den Import von russischem Gas zu reduzieren und lässt sich etwa von der Slowakei und Ungarn beliefern. 2014 lag der Importbedarf bei etwa 19,5 Milliarden Kubikmetern.

apr/Reuters/dpa



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