Tarifgespräche geplatzt Mindestlohn von 8,50 Euro kommt auch im Gastgewerbe

Eine Einigung auf einen Übergangstarif im Gastgewerbe ist gescheitert - nun bekommen auch Mitarbeiter in Hotels und Gaststätten in Ostdeutschland schon ab dem kommenden Jahr 8,50 Euro pro Stunde.

Kellnerin in einem Café: Gespräche für einen Stufentarif geplatzt
AP

Kellnerin in einem Café: Gespräche für einen Stufentarif geplatzt


Berlin - Bis 2017 hätte es im ostdeutschen Gastgewerbe einen niedrigeren Stundenlohn als 8,50 Euro geben können - doch nun bekommen auch dort Beschäftigte in Hotels, Cafés und Restaurants zum Jahreswechsel den gesetzlichen Mindestlohn. Der Grund: Die Tarifgespräche für einen Stufentarif sind geplatzt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erklärte am Sonntagabend die Verhandlungen über eine Übergangsregelung für gescheitert. Man sei nicht bereit, einen Abschluss zu unterzeichnen, der für einige Bundesländer eine Verschlechterung bedeute, sagte ein NGG-Sprecher.

Ziel der Verhandlungen war ein Tarifvertrag, mit dem der Mindestlohn in der Branche in Ostdeutschland später in Kraft treten könnte. Vom kommenden Januar an gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Geltende Tarifverträge mit niedrigeren Stundenlöhnen sollen in einer Übergangsphase bis Ende 2016 aber gültig bleiben. Einen solchen Vertrag strebte der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) an.

Der Dehoga habe die Chance vertan, das Image der Niedriglohnbranche abzustreifen, sagte NGG-Verhandlungsführer Burkhard Siebert nach der Verhandlung. Das Angebot der Arbeitgeber hätte der Gewerkschaft zufolge eine Verschlechterung gegenüber bestehenden Tarifverträgen bedeutet.

Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges kritisierte, die Gewerkschaft habe "kein ernsthaftes Interesse an einer Übergangsregelung" gezeigt. Sie habe den Arbeitgebern nur fünf Monate Aufschub bis zum Erreichen des Mindestlohns geben wollen. Zusätzlich habe sie bis 2017 Lohnerhöhungen von 20 bis 25 Prozent gefordert. "Das liegt alles weit über dem, was der Gesetzgeber für alle Branchen vorsieht", sagte Hartges. Nun werde zum 1. Januar der Mindestlohn in Kraft treten. Arbeitsplatzverluste seien nicht ausgeschlossen, sagte Hartges.

yes/dpa



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fleischwurstfachvorleger 21.07.2014
1. Dahoga
Zitat von sysopAPEine Einigung auf einen Übergangstarif im Gastgewerbe ist gescheitert - nun bekommen auch Mitarbeiter in Hotels und Gaststätten in Ostdeutschland schon ab dem kommenden Jahr 8,50 Euro pro Stunde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gastgewerbe-mindestlohn-kommt-weil-tarifgespraeche-geplatzt-sind-a-982036.html
Dahogga die, die ollawei da hogga. Umschreibung von "Stammtisch" auf bayrisch. Hoffe, dass Frau Hartges, als gescheiterte Verhandlungsführerin als erste ihren Arbeitsplatz verliert. Auch fünf Monate wären ein Vorteil gewesen und eine gute Basis für eine sanfte Landung bzgl. eines Mindestlohnes. - Aber die Gier der Menschen ist fast so grenzenlos, wie ihre Dummheit.
bluebill 21.07.2014
2. Kellnern und Kochen
sind echte Knochenjobs. Zumindest für alle, die eine Weile davon leben müssen. Da ist es mehr als fair, wenn diese Menschen mindestens ihre 8,50 Euro kriegen. Das ist beileibe nicht üppig, aber besser als das, was derzeit oft noch üblich ist. Besonders im Bereich der Küchenhilfe sind oft bewusst Leute eingestellt, die kaum die Sprache beherrschen oder einfach bildungsfern sind. Die kriegen dann einen Lohn von 3 Euro plus Essen, arbeiten 6 Tage die Woche 10 Stunden lang und wissen nicht, wie sie sich verbessern könnten.
hermannheester 21.07.2014
3. Ein guter Erfolg
Zitat von sysopAPEine Einigung auf einen Übergangstarif im Gastgewerbe ist gescheitert - nun bekommen auch Mitarbeiter in Hotels und Gaststätten in Ostdeutschland schon ab dem kommenden Jahr 8,50 Euro pro Stunde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gastgewerbe-mindestlohn-kommt-weil-tarifgespraeche-geplatzt-sind-a-982036.html
Die Löhne, Renten und Bezüge in den neuen Ländern sind längst an das Westniveau anzuheben. Wer mal im Internet die Wohnungsangebote vergleicht, der erkennt, dass die Ostmieten das Westniveau längst erreicht und oft überschritten haben.
cptlars 21.07.2014
4. dann steigen die ja zu den
Spitzenverdienern auf... is nur schade das alle anderen trotzdem nicht mehr bekommen. ..
maximus.feuilletonistisch 21.07.2014
5. Ach ja, Stellenabbau....
was wollen die Damen und Herren der Dehoga denn machen? Die Jobs nach Rumänien auslagern? Ich lach mich scheckig, in der Dienstleistungsbranche wird es keinen Stellenabbau geben, höchstens durch einige Läden die sich auf Kosten der Mitarbeiter in einer Profitzone gehalten haben, obwohl der Laden kein tragfähiges Konzept hat. Die wären aber auch ohne eine Übergangsregelung verloren gegangen und es ist nicht Aufgabe des Staates und der Gewerkschaften, defizitäre Geschäfte am laufen zu halten....
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