Deutsche Bahn Tarifverhandlungen gescheitert, neue Streiks drohen

Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert erklärt. Ihr Chef Claus Weselsky will rasch neue Streiks organisieren.

GDL-Chef Weselsky: "Champagner und trocken Brot"
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GDL-Chef Weselsky: "Champagner und trocken Brot"


"Champagner für den Vorstand und trocken Brot für das Zugpersonal" habe die Deutsche Bahn in den Verhandlungen angeboten, schimpfte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag. "Das, was heute auf dem Tisch liegt, ist nichts wert." Die Tarifverhandlungen seien gescheitert. Ein erneuter Arbeitskampf werde zeitnah organisiert. Den genauen Termin und die Dauer der Streiks werde man rechtzeitig mitteilen.

Die Bahn reagierte ungehalten. "Das ist überhaupt nicht zu verstehen und entspricht in keinster Weise dem Verhandlungsstand", sagte Personalvorstand Ulrich Weber. "Wir sind einen Meter vor der Ziellinie und haben ein Paket mit Lösungen und guten Vorschlägen auf dem Tisch. Das Verhalten der GDL-Spitze ist unerklärlich."

Weselsky sprach seinerseits von einer Provokation, weil die Bahn von einer Annäherung gesprochen hatte.

Die GDL strebt für ihre Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hat die Spartengewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Parallel verhandelt die Bahn zudem mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG über neue Tarife für deren Mitglieder.

ssu/dpa



insgesamt 84 Beiträge
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Zaphod 17.04.2015
1. Es reicht!
Wann endlich beginnt der Vorstand der deutschen Bahn, mit den Lokomotivführern ernsthaft zu verhandeln und ihren Forderungen zu entsprechen? Die Schlechtbehandlung der Arbeitnehmer ist nicht mehr zu rechtfertigen. Selbstverständlich werden nun wieder Streiks organisiert werden müssen, da nur so der Vorstand zur Vernunft gebracht werden kann. Anstatt auf die Lokführer zu schimpfen, sollte endlich einmal die Schuld der Bahn am Scheitern der Gespräche analysiert werden!
joseffussem 17.04.2015
2. Bahn hat das Scheitern provoziert, das war
vorherzusehen. Auf Zeit spielen, bis das Tarifeinheitsgesetz da ist, das ist das Kalkül der Bahn. Jetzt muss die GDL konsequent reagieren. Das Tarifeinheitsgesetz wird in Karlsruhe kassiert.
mrerenoth 17.04.2015
3.
Jetzt kann sich der wehrlose Pendler wieder warm anziehen. Wann unternimmt die Politik endlich etwas. Die GDL kann doch nicht alle paar Monate streiken. Bitte Lokführer verbeamten und Gehalt des Bahnvorstandes an die Kundenzufriedenheit (Umfrage beim Fahrkartenkauf) und die Löhne der Bahnangestellten koppeln. Oder Anzahl der Streiktage vom Urlaubsanspruch aller Bahnmitarbeiter abziehen. Auch Vorstand.
urw 17.04.2015
4.
Langsam reichen die Machtspielchen des Herrn Weselsky!! Der bahnfahrende Zeitgenosse muss sich endlich wieder auf das Fahren der Züge verlassen können. Es geht nicht an, dass Streiks immer nur so kurzfristig bekannt gegeben werden, dass Alternativen für den Reisenden kaum planbar sind. Auch wenn ich durchaus Verständnis dafür habe, dass selbstverständlich das Bahnpersonal von seiner Arbeit leben können muss, sollte Herr Weselsky bedenken, dass seinen Mitgliedern nicht gedient ist, wenn Alle zur Frustvermeidung auf Auto und Bus umsteigen. Ohne entsprechende Umsätze hat nämlich die Bahn noch weniger Geld für Lohnerhöhungen zur Verfügung!
garfield 17.04.2015
5.
Na, dann wird's ja die nächsten Tage wieder losgehen, dass sich SpOn und Co sowie die PR-Agenturen wieder warm laufen und sich auf Weselsky einschießen, denn natürlich sind Lokführer und Zugpersonal, die bei der GdL organisiert sind, hochzufrieden mit der Haltung der Bahn und werden nur von diesem "Egoisten" verführt (als ob ER über Streik oder Nichtstreik bestimmen würde). Arme Lokführer. Allerdings agitiert es sich auch schwieriger, wenn man statt EINEM Erzbösewicht eine ganze Berufsgruppe angehen wollte. Das Böse muss immer personalisiert werden. Dann wird auch hier im Forum wieder das Gefasel von Geiselnahme und Stillstand Deutschlands anheben. Natürlich versucht die Bahnführung, das Ganze bis zum maßgeschneiderten Gesetz zu verzögern, wohl wissend, dass es niemals vor dem BVerfG Bestand haben wird. Aber vielleicht kann man ja die GdL wenigstens so lange klein halten, bis es wieder kassiert wird.
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