Tarifstreit GDL kündigt Bahnstreiks für Dienstagnacht an

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer hat zum Streik aufgerufen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sollen ab 21 Uhr Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen stillstehen.


Frankfurt am Main - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzt ihren Arbeitskampf im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn fort: Sie hat ihre Mitglieder zu einem bundesweiten und flächendeckenden Streik aufgerufen - von Dienstagabend 21 Uhr bis Mittwochmorgen 6 Uhr. Das teilte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am frühen Dienstagmorgen mit.

Stillstehen sollen Fern- und Regionalzüge, Güterzüge und die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen. Zum Streik aufgerufen sind nicht nur Lokomotivführer, sondern auch Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten in allen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen der Deutschen Bahn.

Die Lokführer fordern fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Verhandlungen darüber scheiterten jedoch daran, dass die GDL auch für das übrige Personal im Zug verhandeln will, etwa für Zugbegleiter und Speisewagenmitarbeiter. Diese vertritt bislang die deutlich größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) - und diese hat kein Interesse daran, die Verhandlungen der GDL zu überlassen. Auch die Bahn lehnt das Bestreben der GDL ab.

Am Donnerstag war nach den bisherigen Warnstreiks der GDL eine Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf zu Ende gegangen. 91 Prozent der rund 20.000 Mitglieder stimmten für neue Streiks.

vet/dpa

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tangoxy 07.10.2014
1. Qualität...
sollte der Maßstab für Lohnforderungen sein. Danach müssten die Kollegen der GDL gemessen an Pünktlichkeit und Freundlichkeit noch Lohn abgeben. Nur Forderungen ohne Gegenleistung ist unmoralisch.
tk500 07.10.2014
2. Letzter Kampf
Ein letzter Kampf, ein letztes Aufbäumen. Mögen sie so lange streiken und für die Rechte der Arbeitnehmer kämpfen wie möglich. Es ist ihr gutes Recht ! Die großen Gewerkschaften können es ja schon lange nicht mehr.
f14-tomcat 07.10.2014
3. Guten Morgen zusammen
also ab 21 Uhr heute Abend? Inhaltlich verstehe ich Herrn Weselsky seine Foderungen nicht. Vielmehr macht es den Eindruck das er seine Macht ausbreiten will und für mehr Leute zuständig sein mag. Herr Schell hat ihn die Tage unlängst gut beschrieben. Muss auch sagen das vereinbart sich aber nicht mit seinen Aussagen und geschönten Zahlen der GDL. Gestern lag ein Stück Papier im Zug wo die Gesamt Mitarbeiterzahl der DB vermerkt war. Selbst wenn er 20000 vertreten würde, sind das nicht einmal 10% der gesamten Mitarbeiter. Kann die DB daher verstehen mit solchen Gewerkschaften nicht verhandeln zu wollen bei solchen Forderungen und hoffe darauf das endlich ein Gesetzt kommt das solche Mini Gewerkschaften verbietet.
MacKernobst 07.10.2014
4. Perfekte Taktik
Diese Gewerkschaft lernt schnell. Nun wird zu Uhrzeiten gestreikt, zu denen der Streik quasi unbemerkt bleibt. Und trotzdem werden die logistischen Auswirkungen dann am nächsten Tag zur Wirkung kommen. Gleichzeitig stellt man sich im Unternehmen durch die Vertretung weiterer Berufsgruppen besser auf, im Ansatz vergleichbar mit der GdF. Die GdF ist dadurch inzwischen keine kleine "Spartengewerkschaft" mehr - sondern im Unternehmen besser vertreten als die "Gewerkschaft" verdi.
Wassup 07.10.2014
5. Nehmt Fernbussse!
Wir wärs mit 2h weniger arbeiten und entsprechend weniger? Also ich buche jetzt erst einmal einen Fernbus. Die Lokführer sind einfach zu unzuverlässig. Außerdem ist der Bus billiger. Wie kommt das?
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