Gemeinsame Wirtschaftspolitik Barroso fordert EU-Länder zum Sparen auf

Die Europäische Union macht einen ersten Schritt in Richtung gemeinsame Wirtschaftspolitik: Zum ersten Mal gibt der EU-Kommissionspräsident den 27 Mitgliedstaaten Handlungsempfehlungen. José Manuel Barroso hat eine zentrale Forderung: sparen, sparen, sparen.

EU-Kommissionspräsident Barroso: "Wir sind an einem entscheidenden Punkt"
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EU-Kommissionspräsident Barroso: "Wir sind an einem entscheidenden Punkt"


Strassburg - Die EU-Kommission hat erstmals Empfehlungen für die Wirtschafts- und Budgetpolitik der 27 Mitgliedstaaten verabschiedet. Die meisten Länder müssten mehr sparen, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Dienstag. Dabei dürfe aber das Wirtschaftswachstum nicht abgewürgt werden.

"Wir sind an einem entscheidenden Punkt angelangt", sagte Barroso. "Der Aufschwung gewinnt an Fahrt, aber er bleibt ungleichmäßig auf dem Kontinent - und es gibt viele Unsicherheiten." Zu diesen Unsicherheiten gehört nach früheren Angaben die Schuldenkrise in den Euro-Staaten Irland, Portugal und Griechenland.

Für die Euro-Zone wird im laufenden Jahr ein Wachstum von 1,6 Prozent angenommen. Deutschland dürfte nach Brüsseler Zahlen sogar 2,6 Prozent erreichen.

Die EU hatte unter dem Eindruck der Finanz- und Schuldenkrise beschlossen, die Wirtschafts- und Haushaltsaufsicht zu verstärken. Im Rahmen des neu geschaffenen "Europäischen Semesters" schicken die 27 Mitgliedstaaten ihre langfristigen Planungen nach Brüssel, wo sie beurteilt werden. Die Staats- und Regierungschefs werden bei ihrem Gipfel am 23. und 24. Juni dann über die Empfehlungen der Kommission entscheiden. Im zweiten Halbjahr werden dann in den 27 Hauptstädten die nationalen Budgets für das kommende Jahr verabschiedet werden.

ssu/dpa-AFX



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Seite 1
anon11 07.06.2011
1. .
Zitat von sysopDie Europäische Union macht einen ersten Schritt in Richtung gemeinsame Wirtschaftpolitik: Zum ersten Mal gibt der*EU-Kommissionspräsident den 27 Mitgliedstaaten Handlungsempfehlungen. José Manuel Barroso hat eine zentrale Forderung: sparen, sparen, sparen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,767148,00.html
Sparen-eine gute Idee. Deutschland sollte bei den Zahlungen an die EU anfangen und auch keinerlei Verpflichtungen für irgendwelche Rettungspakete eingehen.
DEWI60 07.06.2011
2. Keine Ahnung diese Eurokraten!
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,767148,00.html[/QUOTE] Diese Aussage von Barosso ist nur aus einem Blickwinkel richtig, wenn wir, die EU, eine gemeinsame Währung hat braucht es auch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Das ist alles, der Rest der Aussage ist grober Unfug. Wo sollen die Euro-Länder den noch sparen, natürlich (!) wir kürzen den Verteidigungshaushalt, der wird sowieso nicht gebraucht (Gott sei dank!) denn was mischen wir uns in die Probleme anderer Länder ein. Aber nun mal ehrlich. Der Staat spart um es dann anschließend wieder den Banken zu geben die nicht aufgehört haben ihr "Spiel" zu spielen. Dank der unkontrollierten Ratingagenturen werden Darlehen für Staaten immer teurer und gleichzeitig wetten die Banken in immer neuen Varianten gegen Staaten oder Unternehmen und wenn dann mal was schief geht, was nur eine Frage der Zeit ist, sind wieder die Bürger gefragt hier den finanziellen Ausgleich zu schaffen. Danke liebe Banken und Ratingagenturen! Und wer glaubt durch die neuen Baselkriterien würde alles sicherer weil die Banken mehr Eigenkapital bereithalten müssen wird sich auch getäuscht sehen. Ein "to big to fail" gibt es nicht! Ok die Abwicklung einer Bank ist nicht einfach aber auch nicht unmöglich, denn das Kerngeschäft einer Bank ist ja gesund und läßt sich leicht in eine andere Gesellschaft transferieren. Der Rest geht halt den Bach runter. Und jeztz kommt mir bitte keiner damit das in diesen Bereichen Werte geschaffen werde.
UnitedEurope 07.06.2011
3. Titellos.
Zitat von anon11Sparen-eine gute Idee. Deutschland sollte bei den Zahlungen an die EU anfangen und auch keinerlei Verpflichtungen für irgendwelche Rettungspakete eingehen.
Damit dann Euroland zusammenbricht, den halben Kontinent mitnimmt und wir niemanden mehr haben, dem wir 66% unserer Exporte verkaufen können während gleichzeitig unsere neue Währung dermaßen aufgewertet wird, dass wir auch für die übrigen 33% Exporte keinen Abnehmer finden ? Super Idee. Wo lernt man solchen Unsinn ? Man könnte ja mal gegenrechnen, wie viel Geld Berlin aus Brüssel erhält (Stichwort: Landwirtschafts Subventionen) und wie stark wir von einem gesunden EU/Euro Raum profitieren. Ach und nur so nebenbei: Wer hat denn z.B. Griechenland den Löwenanteil an Waffen verkauft, mit denen die sich unter anderem so verschuldet haben ?
Korowjew 07.06.2011
4. .
Zitat von UnitedEuropeDamit dann Euroland zusammenbricht, den halben Kontinent mitnimmt und wir niemanden mehr haben, dem wir 66% unserer Exporte verkaufen können während gleichzeitig unsere neue Währung dermaßen aufgewertet wird, dass wir auch für die übrigen 33% Exporte keinen Abnehmer finden ? Super Idee. Wo lernt man solchen Unsinn ? Man könnte ja mal gegenrechnen, wie viel Geld Berlin aus Brüssel erhält (Stichwort: Landwirtschafts Subventionen) und wie stark wir von einem gesunden EU/Euro Raum profitieren. Ach und nur so nebenbei: Wer hat denn z.B. Griechenland den Löwenanteil an Waffen verkauft, mit denen die sich unter anderem so verschuldet haben ?
Wir haben vor dem Euro viel exportiert und werden das auch nach dem Euro machen. Aufwertung der Währung macht Importe billiger und da wir so ziemlich alle Rohstoffe importieren, macht das unsere Produkte wieder günstiger. Schlussendlich würde der deutsche Arbeiter gern wieder selbst den Wohlstand genießen, den er mit erarbeitet, also sollten wir unsere Binnennachfrage stärken, das fordern die von Ihnen so heißgeliebten europäischen Nachbarn seit langem. Nicht horrende Exportüberschüsse sind die Grundlage guter Nachbarschaft, sondern Geben und Nehmen. Im übrigen plenken Sie. Das sagt vieles. Wir sind Nettozahler, also bei weitem nicht so viel wie wir regulär zahlen. Geldgeschenke für Pleitestaaten (tut mir leid, aber das sind keine "Kredite") sind noch nicht einmal eingerechnet. Übrigens, wen meinen Sie mit "wir"? Profitieren von EU und Euro tun die kapitalistischen Ausbeuter, Bankster und sonstige Schmarotzer. Die sollen dann mal die Zeche zahlen und nicht der gemeine Mann, der die explodierenden Gewinne dieser Bande mit Sozialabbau und sinkenden Reallöhnen zahlt. Gegenfrage: Wer hat Griechenland gezwungen, sie zu kaufen? Wenn sich jemand ruiniert, weil er einen Ferrari auf Kredit gekauft hat, ist nicht der Ferrarihändler schuld.
inci 07.06.2011
5. oooo
Zitat von anon11Sparen-eine gute Idee. Deutschland sollte bei den Zahlungen an die EU anfangen und auch keinerlei Verpflichtungen für irgendwelche Rettungspakete eingehen.
so wird das barroso aber sicher nich gemeint haben. er meint sicher sparen bei löhnen und gehältern im ÖD und bei den sozialleistungen, rentenzahlungen, etc. gerne kann auch der bürger der in der freien wirtschaft arbeitet sein scherflein dazu beitragen, in dem er z.b. halbjährlich jeweils einen "soli-monat" zugunsten der darbenden wirtschaft leistet und in den "soli-monaten" auf sein gehalt verzichtet. steuern und sozialabgaben bezahlt er aus seinem sparguthaben, oder stottert das in raten beim FA und der KK ab.....
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