WEF-Gleichstellungsbericht Frauen bleiben weltweit benachteiligt

Politik, Wirtschaft, Gesellschaft: Frauen rücken auf. Trotzdem hat sich der globale Gender Gap bei weitem nicht geschlossen. Die neue Studie des World Economic Forums zeigt, dass globale Gleichstellung der Geschlechter noch immer eine Vision bleibt.

Frau gegen Mann: Weltweit immer noch benachteiligt
Corbis

Frau gegen Mann: Weltweit immer noch benachteiligt

Von , New York


Emanzipation adé: Männer haben es weltweit immer noch besser als Frauen. Das geht aus der jüngsten Studie des World Economic Forums (WEF) zum sogenannten Gender Gap hervor (hier als pdf zum Nachlesen). Demnach hat sich die Kluft zwischen den Geschlechtern auch in diesem Jahr nur leicht verringert: "Kein einziges Land auf der Welt hat die Gleichstellung erreicht."

Das WEF sieht zwar globale Verbesserungen bei der wirtschaftlichen Gleichstellung und der politischen Teilhabe von Frauen. Doch seien mehr denn je gezielte Anstrengungen und "rapider Fortschrittsmaßnahmen" nötig, um den Gender Gap endlich zu schließen. "Viele Länder werden in Sachen Humankapital radikal umdenken müssen", forderte WEF-Gründer und Executive Chairman Klaus Schwab.

Der WEF-Bericht, der seit 2005 einmal im Jahr erscheint, bewertet die Gleichheit der Geschlechter nach vier Kategorien: Gesundheit und Überlebenschancen (zum Beispiel Geburten- und Sterberaten, durchschnittliche Lebenserwartung); Bildungsweg (Alphabethisierungsrate, Schul- und Hochschulbildung); politische Teilhabe (Parlaments-, Kabinettssitze); und wirtschaftliche Chancen (Löhne, Management, Arbeitsmarkt).

Am weitesten angenährt haben sich Frauen und Männer demnach bei der Gesundheit, wo die Lücke weltweit zu 96 Prozent überwunden ist. Am weitesten auseinander sind sie jedoch immer noch bei der Politik (21 Prozent), auch wenn dort minimale Fortschritte zu erkennen sind. In wirtschaftlichen Fürungspositionen sind Frauen ebenfalls weiterhin meist unterrepräsentiert.

Kaum Frauen in Führungspositionen

Von den 136 untersuchten Ländern - insgesamt 93 Prozent der Weltbevölkerung - haben sich dieses Jahr 86 verbessert, der Rest stagnierte oder fiel zurück. Am fortgeschrittensten bleibt im fünften Jahr in Folge Island, das die Lücke zwischen Frauen und Männern zu mehr als 80 Prozent geschlossen hat, gefolgt von Finnland, Norwegen und Schweden. Die USA stehen auf Platz 23, eine Position schlechter als 2012.

Deutschland ist mit Rang 14 zwar der Spitzenreiter unter den G-20-Ländern, fiel allerdings seit letztem Jahr ebenfalls um einen Platz zurück, da sich der Anteil der Frauen am Arbeitsmarkt leicht verringerte. Außerdem verdienen deutsche Frauen demnach weiterhin im Schnitt 24 Prozent weniger als Männer. Auch seien nur drei Prozent aller Dax-Vorstandsspositionen von Frauen besetzt.

In Europa gibt es darüberhinaus eklatante Unterschiede bei der Beseitigung des Gender Gaps: Nord- und Westeuropa stehen demnach in starkem Kontrast zu den Ländern Süd- und Osteuropas. Spanien landet mit 72 Prozent auf Platz 30, Frankreich mit 70 Prozent auf Platz 45. Italien schafft es nur an die 71. Stelle.

Auch der Arabische Frühling kommt Frauen bisher wenig zugute: Der Mittlere Osten und Nordafrika sind die einzigen Regionen, in denen sich das Gesamtbild nicht verbessert hat. Ägypten findet sich abgeschlagen auf Platz 125, das vom Bürgerkrieg zerrissene Syrien bildet mit Rang 133 fast das Schlusslicht, knapp vor dem Chad, Pakistan und Yemen.

Am besten schneiden noch die Vereinigten Arabischen Emirate ab (109), die "relative Gleichstellung in Bildungsfragen verwirklicht" hätten. Allerdings gelinge es den meisten Ländern der Region, darunter Bahrain (112) und Katar (115) immer noch nicht, durch eine stärkere wirtschaftliche und politische Einbindung von Frauen Kapital zu schlagen.



insgesamt 48 Beiträge
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albert schulz 25.10.2013
1. Kindereien am laufenden Band
Die Mädels haben überall das Sagen, egal ob in Familie, Erziehung, Moral, Regeln, Gepflogenheiten, richtigem Benehmen. Die Männer rackern wie die Blöden, um diesen merkwürdigen Grazien dienen zu dürfen. Ihnen werden die Segnungen der Sozialversicherungen (Rente und KV) zuteil, der Jurisdiktion, der Medizin, die Psychologie kümmert sich ausschließlich um diese vernachlässigte Spezies, wie auch die Kirchen und die Kaufhäuser. Und wieder mal ist Meckern angesagt, weil Madame nicht alles ungefragt und ohne jede Gegenleistung in den Allerwertesten geblasen bekommt. Das ist natürlich häßlich. Dagegen sollte man was unternehmen. Die Gescheiten werden schwul. Die Macht gehorcht weiterhin der Frau. Sie bestimmt, umfassend und immerdar. War noch nie anders. Was wäre ich glücklich, hätte ich nur einen Zipfel von den weiblichen Privilegien. Bin ich blöd oder wer anders ?
dr_bernd_schramm 25.10.2013
2. Männer sind auch schlechter gestellt!
Tscha....Gleichstellung? In Deutschland haben die Frauen eine 5 Jahre höhere Lebenserwartung als Männer...etwas ein Jahr davon kann man biologisch erklären...der Rest sind besser Gesundheitsversorgung von Frauen und das Rollenbild über Männer, das sie sich Risiko geneigt verhalten sollen...insbesondere wirtschaftlich schlecht gestellte Männer machen gefährlich Jobs!
commonsense2 25.10.2013
3. Um Gottes Willen nicht Gender sondern Qualifikation sollte fuer Jobs entscheidenden
es ist einfach absurd, wenn die Feministen, Liberalisten, Utopisten, Chaoten, Anarchisten, Hasser bestehender Ordnungen nun auch noch eine "Genderparitaet" in hochdotieren jedoch vor allem hochqualifizierten Jobs durchdruecken wollen. Frauen haben in bestimmten Positionen ihre Staerken, jedoch in bestimmten Jobs, die oft Fuehrungspositionen beinhalten sind sie weniger geeignet, schon aus ihrer Mentalitaet, Nachgiebigkeit, Frauen und Mutterrolle her, die auch ihre Zeitansprueche verlangt. Diese ganze Zerrerei die da von Links/Gruen und ihren Sympathisanten betrieben wird, erreicht mit Sicherheit eins, wenn von oben her von den Bruesseler Gruenen Tischen etwa bindende Vorgaben herausgehauen werden, schadet dies der eigenen Gesellschaft, die sowieso schon in vielen Dingen gegaengelt und mit Maulkorbgeboten gegaengelt wird, am allermeissten, wird sich sicherlich bei sinkenden Steuereinnahmen bemerkbar machen, die weh tun.
ManBearPig 25.10.2013
4. optional
Ich finde Menschen, die den Anteil an Führungspositionen in DAX-Konzernen als wichtiges Kriterium für Gleichberechtigung ansehen, keine Urteile über Gleichberechtigung fällen sollten.
Freischalten 25.10.2013
5. Benachteiligt?
> Frauen bleiben weltweit benachteiligt Dass Frauen benachteiligt werden, ist dem Artikel aber nicht zu entnehmen.
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