Streit über geplante Digitalsteuer Frankreich verbittet sich Einmischung der USA
Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire
Foto: ALAIN JOCARD/ AFPFrankreich will sich bei der geplanten Digitalsteuer nicht von US-Präsident Donald Trump unter Druck setzen lassen. Das Finanzministerium teilte mit, Frankreich sei davon überzeugt, dass die Steuer im Einklang mit internationalen Vereinbarungen stehe: "Länder sind bei Steuerangelegenheiten souverän. Es ist also nicht angebracht, Handelsmaßnahmen zu nutzen, um einen souveränen Staat anzugreifen."
Noch deutlicher wurde Finanzminister Bruno Le Maire selbst: "Zwischen Verbündeten müssen wir Streitigkeiten anders regeln als durch Drohungen." Das Statement ist eine Reaktion auf das Vorgehen des Weißen Hauses. US-Präsident Donald Trump hatte mit Blick auf Frankreichs Pläne seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer beauftragt, Vergeltungsmaßnahmen prüfen zu lassen, darunter offenbar auch neue Zölle.
Frankreichs Senat könnte die Digitalsteuer bereits am Donnerstag verabschieden. Le Maire plant sie als eine dreiprozentige Abgabe auf den in Frankreich erwirtschafteten Umsatz von Digitalkonzernen - auch wenn sie ihren Sitz im Ausland haben, wie viele US-Techkonzerne. Das dürfte Frankreichs Staatskasse etwa 500 Millionen Euro pro Jahr einbringen.