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22. November 2011, 07:54 Uhr

Geplatzte Schulden-Verhandlungen

Rating-Agenturen schonen die USA

Das Super-Komitee ist gescheitert, das amerikanische Schuldenproblem bleibt ungelöst. Dennoch halten die großen Rating-Agenturen vorerst an ihren Urteilen über die USA fest. Fitch könnte aber schon bald den Ausblick ändern.

New York - Für die politische Kultur der USA ist es ein bedenkliches Zeichen: Das sogenannte Super-Komitee aus jeweils sechs Demokraten und Republikanern im US-Kongress hat sich am Montag für unfähig erklärt, einen Kompromiss zu finden. Damit bleibt offen, wie die Vereinigten Staaten ihren Schuldenberg von rund 15 Billionen Dollar reduzieren wollen. Dabei hatte die Rating-Agentur Standard and Poor's (S&P) mit Hinweis auf den verfahrenen Schuldenstreit bereits im August erstmals die Top-Bewertung der USA gesenkt.

Trotz des erneuten Patts in Washington planen die großen drei Rating-Agenturen derzeit aber keine unmittelbaren Herabstufungen. Die Agentur Fitch erklärte allerdings am Montag, eine Änderung des Ausblicks für die USA von stabil auf negativ sei möglich. Bis Ende des Monats will Fitch die Überprüfung der USA abgeschlossen haben. Dass Demokraten und Republikaner sich nicht vor Auslaufen der vorgegebenen Frist einigen konnten, verdeutliche die Herausforderungen, teilte Fitch mit.

Im Gegensatz zu S&P hatte Fitch den USA trotz der turbulenten Haushaltspolitik im August die Bestnote AAA bestätigt. Bereits damals warnten die Bonitätswächter aber davor, dass der Ausblick wackeln könnte, sollten die mittel- bis langfristigen Vorhersagen für das Staatsdefizit wegen einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung oder der Haushaltspolitik nach oben korrigiert werden müssen.

S&P teilte mit, die derzeitige Bewertung mit AA+ sei durch das Scheitern der Gespräche nicht gefährdet. Die dritte große Agentur, Moody's, bewertet die USA zwar noch mit der Bestnote, jedoch mit einem negativen Ausblick. Das deutet auf eine Herabstufung als nächsten Schritt hin. Das Scheitern der Gespräche müsste nicht zwangsläufig zu einer Änderung des Ratings führen, erklärte Moody's. Die Entwicklung werde jedoch mit in die Analyse einfließen.

dab/Reuters

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