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13. November 2013, 13:50 Uhr

Studien

Ungleichheit der Einkommen stagniert auf hohem Niveau

Nähern sich Arm und Reich im Aufschwung einander an? Nein, ist das Ergebnis zweier neuer Studien. Die Einkommensungleichheit stagniere auf hohem Niveau.

Berlin - Zwei neue Studien beschäftigen sich mit der Verteilung von Einkommen in Deutschland, und beide kommen zu dem Ergebnis, dass die Ungleichheit immer noch deutlich höher ist als vor zehn oder zwanzig Jahren. Auch der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung und zahlreiche andere Studien erkennen das als Tatsache an - allerdings, so hieß es häufig, sei die Ungleichheit nach dem Höhepunkt im Jahr 2005 wieder leicht zurückgegangen. Dem widersprechen Studien des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurden.

Laut DIW ist nicht nur die Annäherung gestoppt, sondern auch die Einkommensmobilität, das heißt der Auf- oder Abstieg einzelner Personengruppen in der Einkommenshierarchie, seit der Wiedervereinigung deutlich zurückgegangen: "Die Chance, dem Armutsrisiko zu entkommen, ist in den vergangenen Jahren um zehn Prozentpunkte auf 46 Prozent gesunken", sagt DIW-Forscher Markus Grabka. Die Ungleichheit der verfügbaren Haushaltseinkommen und das Armutsrisiko verharren auf einem hohen Niveau.

Dem WSI zufolge hat der Abstand zwischen hohen und niedrigen Löhnen seit 2007 sogar zugenommen. Die Armutsquote sei seitdem kontinuierlich gestiegen, schreiben die WSI-Forscher. Dazu komme, dass nur noch das reichste Viertel der Haushalte in Deutschland langfristig sparen könne. Vor allem die ärmere Hälfte der Bevölkerung kann offensichtlich deutlich weniger zurücklegen als Anfang der neunziger Jahre. Dadurch sinkt der ohnehin nur geringe Anteil der Ärmeren an den Vermögenseinkommen. "Auch eine private Altersvorsorge ist so kaum möglich", warnen die WSI-Experten.

Beide Studien stützen ihre Aussagen zu den Löhnen auf das Sozio-oekonomische Panel (SOEP), einer Befragung von mehr als 12.000 Haushalten. Demnach haben sich die verfügbaren Haushaltseinkommen in den Jahren 2000 bis 2011 sehr unterschiedlich entwickelt: Die Einkommen der obersten zehn Prozent sind um 13 Prozent gewachsen, auch in den Stufen darunter legten die Einkommen um drei bis vier Prozent zu. Die untersten vierzig Prozent mussten dagegen Einkommensrückgänge von bis zu fünf Prozent hinnehmen.

Dass die Einkommensungleichheit seit 2011 offenbar wieder zunimmt, liegt den Studien zufolge vor allem an den wieder steigenden Kapitaleinkommen. Während der weltweiten Wirtschaftskrise seit 2008 waren die Gewinne auf Kapitalanlagen gering - jetzt wachsen sie wieder. Weil davon vor allem Gutverdiener profitieren, wächst auch der Abstand zwischen reich und arm weiter, was sich auch bei den Vermögen zeigt: Geld und Besitz sind in Deutschland sehr ungleich verteilt.

nck

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