Gericht Produktplatzierung bei Sat.1-Fußballsendung unzulässig

Was hat eine Bierbrauerei mit einem Uefa-Spiel zu tun? Nicht genug, um eine Produktplatzierung während der Fußball-Berichterstattung bei Sat.1 zu rechtfertigen - das entschied jetzt zumindest das Oberverwaltungsgericht.

Europa-League-Endspiel im Mai 2011: Im Anschluss Schleichwerbung
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Europa-League-Endspiel im Mai 2011: Im Anschluss Schleichwerbung


Koblenz - Der Name der Biermarke war auf Flaschen, Gläsern und Sweatshirts zu sehen: Die Produktplatzierung während einer Sat.1-Fußballübertragung hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz jetzt als unzulässig eingestuft.

Konkret ging es um eine Sondersendung des Privatsenders im Anschluss an das Europa-League-Endspiel zwischen den portugiesischen Clubs FC Porto und SC Braga im Mai 2011. Nach dem Spiel wurde in ein "Männercamp" einer Bierbrauerei geschaltet und dabei Ex-Fußballmanager Reiner Calmund als Experte interviewt, das Logo der Brauerei war laut OVG mehrfach zu sehen.

Das beanstandete die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK), doch der Sender ging dagegen juristisch vor. Zunächst mit Erfolg: Das Verwaltungsgericht Neustadt/Weinstraße gab Sat.1 recht, nun aber hob das OVG dieses Urteil auf.

Laut OVG dürfen Produkte gemäß dem 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag seit April 2010 zwar ausnahmsweise in Kinofilmen, Filmen, Serien, Sportsendungen und Sendungen der leichten Unterhaltung gezeigt werden, sofern es keine Sendungen für Kinder sind. Allerdings dürfe das Produkt nicht zu stark herausgestellt werden. Genau das sei aber in diesem Fall geschehen.

Zudem habe die Präsentation der Brauereiprodukte in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit der Vor- und Nachbereitung des Spiels gestanden. Insofern habe die LMK das Ganze zu Recht beanstandet.

vks/dpa

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sapereaude! 16.09.2013
1. Steigen die Rindfunkgebühren?
ARD und ZDF machen das ja auch: Tatort, Sportschau, ... werden von irgendjemanden "präsentiert". Wenn dieses Sponsoring jetzt verboten ist, muss ich dann noch mehr für den angeblich werbefreien Msit in den öfftentlich-rechtlichen Rindfunkanstalten bezahlen?
Kauzboi 16.09.2013
2.
Zitat von sapereaude!ARD und ZDF machen das ja auch: Tatort, Sportschau, ... werden von irgendjemanden "präsentiert". Wenn dieses Sponsoring jetzt verboten ist, muss ich dann noch mehr für den angeblich werbefreien Msit in den öfftentlich-rechtlichen Rindfunkanstalten bezahlen?
Der Unterschied zwischen Werbung *vor* einer Sendung (z.b. Sportschau) und penetrantem in die Kamera halten *während* einer Sendung scheint dir entgangen zu sein...
sapereaude! 16.09.2013
3. Der Unterschied
Zitat von KauzboiDer Unterschied zwischen Werbung *vor* einer Sendung (z.b. Sportschau) und penetrantem in die Kamera halten *während* einer Sendung scheint dir entgangen zu sein...
ist mir schon klar. Aber die ÖR machen das nicht viel dezenter als die Privaten. Gottschalk hat das immer gemacht (Product Placement im Fernsehen: Gottschalk und der schöne Stromgutschein - Fernsehen - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/2.1756/product-placement-im-fernsehen-gottschalk-und-der-schoene-stromgutschein-1827663.html)). Der Spiegel hat schon vor acht Jahren darüber geschrieben( Schleichwerbung in der ARD: Heimlich und peinlich - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/schleichwerbung-in-der-ard-heimlich-und-peinlich-a-358935.html)). Und natürlich wollen die "Verbraucherschützer" in Brüssel die Regeln lockern ( Product Placement im TV - Überraschung! - Kultur - Süddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/kultur/product-placement-im-tv-ueberraschung-1.405772)). Nochmal die Frage: Wenn denen jetzt ein Teil der Einnahmen wegfällt, muss ich dann mehr ÖR-Zwangsabgabe bezahlen?
anomie 16.09.2013
4.
Zitat von sapereaude!ARD und ZDF machen das ja auch: Tatort, Sportschau, ... werden von irgendjemanden "präsentiert". Wenn dieses Sponsoring jetzt verboten ist, muss ich dann noch mehr für den angeblich werbefreien Msit in den öfftentlich-rechtlichen Rindfunkanstalten bezahlen?
Wenn das doch alles "Mist" ist, wieso wissen Sie dann davon? Weil Sie den Mist eben doch so gern selbst anschauen. Aber es ging Ihnen doch auch auch nur darum, hier einmal ordentlich zu nörgeln, nicht wahr?
güntilein 16.09.2013
5. Als ob die Privaten ihre Werbepreise stabil halten würden.
Das bekommen auch die zu spüren, die Privatfernsehen ablehnen, weil da zu wenig Niveau geboten wird. Das ist allerdings nur am Kaufpreis zu spüren. Wenn ein Produkt heute 800gramm+200gramm heute den Betrag X kostet, hat noch vor nicht allzu langer Zeit 1000geamm vom selben Produkt weniger gekostet. Also lasst Euch mal nicht von den Privaten verschei... .Von wegen "Kostenfrei Fernsehen".
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