300-Milliarden-Euro-Rettungspaket Gerüchte über Hilferuf aus Spanien

Die spanische Regierung hat angeblich eingeräumt, dass das Land ein weiteres Rettungspaket in Anspruch nehmen muss. Laut Nachrichtenagentur Reuters haben Spaniens Wirtschaftsminister und Bundesfinanzminister Schäuble darüber gesprochen. Madrid dementiert.
Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos: Rettungspaket von 300 Milliarden

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos: Rettungspaket von 300 Milliarden

Foto: Andres Kudacki/ AP

Brüssel - Wenn Spanien unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen muss, dann wird das teuer: 300 Milliarden Euro müssten die Geldgeber EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) aufbringen, um das Land als Ganzes zu stützen - zusätzlich zu den 100 Milliarden Euro der bereits bewilligten Hilfe für die Banken des Landes. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider aus Kreisen der Euro-Zone berichtet, hätte Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos diese Möglichkeit ins Spiel gebracht.

Dem Bericht zufolge hat de Guindos das Thema bei einem Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Berlin am vergangenen Dienstag angesprochen. Deutschland habe der Gedanke aber nicht gefallen, dass das volle Programm in Anspruch genommen werde, schreibt Reuters weiter. Schäuble soll gesagt haben: "Nichts wird geschehen, bis der ESM einsatzfähig ist." Dann könne erneut diskutiert werden.

Die spanische Regierung wies den Bericht entschieden zurück. Dies werde nicht geschehen und sei keine Option, sagte Vize-Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria am Freitag nach einer Kabinettssitzung. Ein vollständiges Rettungspaket komme für Spanien nicht in Frage. Analysten halten Spaniens Wirtschaft für einen derartigen Schritt zu groß.

Gerüchte über Schuldenschnitt für Griechenland

Auch für die weitere finanzielle Stützung Griechenlands gibt es offenbar weitere Überlegungen: Mehrere Medien berichten darüber, dass die Euro-Länder einen weiteren Schuldenschnitt für das Land prüfen - als letzte Chance zum Verbleib in der Währungsunion. Dafür werde angeblich eine Abschreibung der Verbindlichkeiten Griechenlands bei öffentlichen Gläubigern von 30 Prozent erwogen. Dadurch solle die Schuldenlast des von der Pleite bedrohten Landes um 70 bis 100 Milliarden Euro verringert werden.

Das würde bedeuten, dass sowohl die EZB als auch nationale Notenbanken Abschreibungen auf griechische Anleihen hinnehmen müssten. Dadurch könnte sich Rekapitalisierungsbedarf bei der EZB und einigen Notenbanken ergeben. Die EZB lehnte jeden Kommentar dazu ab.

nck/Reuters/dapd