Gesetz geplant Von der Leyen will Frauenquote bis 2013 durchboxen

Versprechen der Wirtschaft sind ihr nicht genug: Arbeitsministerin von der Leyen will bis spätestens 2013 in Deutschland eine gesetzlich festgelegte Frauenquote auf den Weg bringen - lange genug habe es "fruchtlose Lippenbekenntnisse" gegeben.

Ministerin von der Leyen: "In den Großkonzernen hat sich fast nichts getan"
DPA

Ministerin von der Leyen: "In den Großkonzernen hat sich fast nichts getan"


Düsseldorf - Ursula von der Leyen erhöht den Druck auf die Wirtschaft: Die Bundesarbeitsministerin will noch in der laufenden Legislaturperiode eine Frauenquote für Führungspositionen auf den Weg bringen. Das sagte die CDU-Politikerin dem "Handelsblatt". Auf die erklärten Selbstverpflichtungen der Konzerne will sich von der Leyen demnach nicht länger verlassen.

"In den Großkonzernen hat sich fast nichts getan. Dort sind die meisten Vorstände immer noch frauenfreie Zonen mit blamablen drei Prozent Frauenanteil im Schnitt. Nach zehn Jahren fruchtloser Lippenbekenntnisse, brauchen wir echte Ziele und Zeitleisten", sagte von der Leyen. Damit meine sie nicht selbst gesteckte Unternehmensvorgaben von wenigen Prozent Frauen in Führungspositionen für das kommende Jahrzehnt.

Bisher steht von der Leyen in der Bundesregierung allerdings noch recht allein da. Die für Frauen zuständige Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will die Unternehmen lediglich zu einer Selbstverpflichtung zwingen: Danach müssten sie ein Ziel öffentlich festlegen und dieses innerhalb von zwei Jahren erreichen.

Allerdings hatte auch Schröder Anfang April bekundet, allmählich genug von den störrischen Wirtschaftsbossen zu haben, die Schröders Plan bei einem Treffen Ende März abgelehnt hatten - und sich ihre eigenen Ziele setzen wollten. "Die Wirtschaft muss meinem Stufenplan nicht zustimmen", sagte die Ministerin SPIEGEL ONLINE. Nicht Unternehmen seien für Gesetze zuständig, sondern der Bundestag. "Und ich will noch dieses Jahr ein Gesetz."

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist gegen eine starre Quote, verschärfte aber ebenfalls zuletzt den Ton: Staatlicher Zwang sei nur solange verzichtbar, "wie freiwillige Lösungen zu signifikanten Veränderungen führen." Kanzlerin Angela Merkel halte noch schützend die Hand über die Wirtschaft. Auch Merkel bezeichnete es allerdings als "ziemlichen Skandal", dass in den 200 größten deutschen Unternehmen nur drei bis vier Prozent der Führungsjobs mit Frauen besetzt sind.

ulz/dpa-AFX



insgesamt 49 Beiträge
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saarländerin1 16.06.2011
1. irrsinnig
diese Quotenregelungen. Nach Qualifikation und nicht nach Geschlecht sollte eine Anstellung erfolgen. Für mich persönlich wäre es untragbar eine Quotenfrau zu sein.
deepocean 16.06.2011
2. naja
Zitat von sysopVersprechen der Wirtschaft sind ihr nicht genug: Arbeitsministerin von der Leyen will bis spätestens 2013 in Deutschland eine gesetzlich festgelegte Frauenquote auf den Weg bringen - lange genug habe es "fruchtlose Lippenbekenntnisse" gegeben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,768884,00.html
das ist schon x-mal hier in diversen thread thematisiert worden... eine frauenquote ist kompletter unfug... unnötig... auch männer werden benachteilgt (man denke nur an die elternzeit....) anstatt einer albernen quote sollte man vielmehr über modelle nachdenken, die ein modernes familienleben ermöglichen (als mann wird man, zum beispiel, auch eher schief angesehen, wenn man kinderbedingt eine auszeit nimmt etc. ....) usw usw
iron mace 17.06.2011
3. Na dann
Wenn die von der Leyen das macht, ist doch von vornherein klar das die Nummer in die Hose geht. Diese Quotenfrau, oder sollte man sie Berufstochter nennen? Wo wäre Ursula wohl ohne Papa? Als Medizinerin mag sie gut gewesen sein, in der Politik versagt Sie kläglich.
Kador 17.06.2011
4. Einfach nur Irrsinn
Zitat von sysopVersprechen der Wirtschaft sind ihr nicht genug: Arbeitsministerin von der Leyen will bis spätestens 2013 in Deutschland eine gesetzlich festgelegte Frauenquote auf den Weg bringen - lange genug habe es "fruchtlose Lippenbekenntnisse" gegeben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,768884,00.html
An die Spitze eines Unternehmens gehören die geeigneten Leute, dabei ist es gleich, ob Mann oder Frau. Es wäre nicht zielführend, wenn ein Mann zurückstecken müsste, weil eine ungeeignetere Quotenfrau gerade den Posten besetzen muss. Nicht zum erste Mal verzapft Frau von der Leyen irgend welchen Blödsinn . Da merkt man deutlich, dass diese Frau in ihrem Leben noch nie Geld mit Arbeit verdient hat.
bleifuß 17.06.2011
5. ...
Meine Güte, entweder Frau schafft es durch Leistung und Vitamin B oder Frau schafft es garnicht. Was sollen diese ganzen Zwangsquoten denn bringen, außer alles aus dem Gleichgewicht zu bringen?
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