Gesundheitsfonds Erste Krankenkasse erhebt Zusatzbeitrag

Gesundheitsexperten hatten es seit langem erwartet: Die erste Krankenkasse verlangt von ihren Versicherten mehr Geld als den Regelbeitrag. Kunden der Gemeinsamen Betriebskrankenkasse Köln (GBK) müssen künftig acht Euro mehr zahlen.
Impfung: Kosten durch die Schweinegrippe sollen nicht Grund für den Zusatzbeitrag sein

Impfung: Kosten durch die Schweinegrippe sollen nicht Grund für den Zusatzbeitrag sein

Foto: dpa

Berlin - Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) erhebt als erste Krankenkasse in Deutschland von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag. Entsprechende Berichte der "Rheinischen Post" und der "Berliner Zeitung" wurden am Dienstag in Kassenkreisen bestätigt. Danach sollen die 30.000 Mitglieder der GBK einen Zusatzbeitrag von je acht Euro pro Monat zahlen.

Bei der GBK und beim zuständigen Bundesversicherungsamt (BVA) in Bonn war am Abend keine Stellungnahme zu erhalten. Der Präsident des Bundesversicherungsamts, Josef Hecken, hatte aber erst kürzlich einem Branchenblatt gesagt, dass eine erste Kasse einen Zusatzbeitrag beschlossen habe. Nähere Angaben machte er nicht. Dem Vernehmen nach sind nicht die Kosten für die Schweinegrippe-Impfung Grund für den höheren Versicherungsbeitrag der GBK-Mitglieder. Seit 1. Januar dieses Jahres gibt es in Deutschland einen einheitlichen Beitragssatz für die gesetzlichen Krankenkassen. Die Kassen erhalten je nach Zahl, Alter und Gesundheitszustand ihrer Versicherten Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Zusatzbeiträge müssen Krankenkassen von ihren Mitgliedern fordern, wenn sie mit dem zugewiesenen Geld nicht auskommen. Der Aufschlag darf maximal ein Prozent des Einkommens eines Versicherten betragen.

Ursprünglich war erwartet worden, dass schon in diesem Sommer mehrere Kassen ihre Versicherten zusätzlich zur Kasse bitten. BVA-Präsident Hecken sagte dem Branchenblatt: "Mein Eindruck ist, einige Kassen, denen es finanziell nicht so gut geht, versuchen, in diesem Jahr noch ohne Zusatzbeitrag auszukommen." Viele hätten in den vergangenen Jahren Rücklagen aufgebaut, von denen sie zehren könnten.

Experten erwarten jedoch, dass in den nächsten Monaten zahlreiche Kassen nachziehen und mehr Geld von ihren Mitgliedern fordern. Andere suchten in einer Fusion ihre Rettung. Seit Januar dieses Jahres habe es 22 Kassen-Fusionen gegeben. "Damit ist sicher noch nicht das Ende erreicht. Wir greifen hier aber nicht steuernd ein."

tko/dpa-AFX
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