Gesundheitswesen Fusionen von Kassen bringen kaum Einsparungen

Es ist ein ernüchterndes Ergebnis: Nach Informationen des SPIEGEL haben Zusammenschlüsse von Krankenkassen kaum Vorteile. Das geht aus einem Bericht des Bundesrechnungshofs hervor.

Krankenkassen: Beamte untersuchten 10 von 36 Fusionen
DPA

Krankenkassen: Beamte untersuchten 10 von 36 Fusionen


Hamburg - Es ist eine beliebte Forderung: Weil in Deutschland noch immer rund 160 gesetzliche Krankenkassen existieren, sollen diese fusionieren. Allerdings bringt es offenbar kaum Vorteile, wenn die Anbieter sich zusammenschließen.

Das ist das Ergebnis eines Prüfberichts des Bundesrechnungshofs zum Thema "Freiwillige Vereinigung von Krankenkassen der Gesetzlichen Krankenversicherung". Die Fusionen führten "zu keinen deutlichen Synergieeffekten" und seien mit "erheblichen, z. T. dauerhaften, zusätzlichen Aufwendungen verbunden", schreiben die Beamten. "Daneben zeigen sich - im Verhältnis zu den Gesamtausgaben einer Krankenkasse - nur geringe Einsparungen."

Auch habe ein Großteil der geprüften Kassen nicht das Ziel erreicht, "durch die Fusion ihre Marktanteile zu steigern und dadurch bei den Einzelverträgen mit Leistungserbringern günstigere Konditionen auszuhandeln". Für den Bericht hatten die Beamten Daten aus dem Gesundheitsministerium, dem Bundesversicherungsamt und beteiligten Krankenkassen ausgewertet. Dabei untersuchten sie 10 der 36 Fusionen, die zwischen April 2007 und Januar 2009 wirksam wurden.



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